Susanne Viktoria Haupt
3. Oktober 2018

„Ach, dass es die Liebe, die so lieblich scheint, es doch so grausam und tyrannisch meint“

Im Schauspielhaus Hannover wird heute Abschied von der Liebe genommen: Hannelore Hoger liest „Briefe und Geschichten über die Liebe“

Das Ende einer Liebe kann einem das Herz zerreißen. Oder aber auch zu bissigen Kommentaren verleiten. Hannelore Hoger präsentiert im Schauspielhaus mehre Facetten dieses Abschiedes

Im italienischen Verona wird immer noch das (angebliche) Geburtshaus von Shakespeares Julia gehuldigt. Jeden einzelnen Tag strömen vornehmlich verzweifelte Frauen zu dieser Stätte und hinterlassen herzzerreißende Briefe. Es sind Briefe, die an Julia Capulet adressiert sind, und in denen sie von Trennungen und unerfüllter großer Liebe berichten. Der „Club di Gulietta“, ein Kollektiv aus ehrenamtlichen Frauen und Männern, widmet sich diesen Briefen und versucht sie nach bestem Gewissen im Namen von Julia Capulet zu beantworten. Und ja, irgendwo müssen wir nun mal mit solchen Gefühlen hin. Denn fast niemand geht durchs Leben, ohne nicht einmal eine wirklich schmerzvolle Trennung oder eine unerfüllte Liebe durchlebt zu haben. Manche sogar häufiger als einmal und auch das ist völlig normal. Das gehört zum Leben dazu. Der Schmerz geht durch dieses Wissen natürlich nicht schneller vorüber, aber irgendwie ist es gut zu wissen, dass es sich hierbei um Erfahrungen handelt, die nahezu universell sind.

In der Literatur muss man nicht lange suchen, um auf Zeugnisse von Liebeskummer und verlorener Liebe zu stoßen. Liebe ist eine ganz elementare Sache für die Menschheit und das schlägt sich in allen künstlerischen Richtungen nieder. Denken wir doch nur mal an Goethes „Werther“, der auf Grund von unerfüllter Liebe den Freitod suchte. Bevor ich mich jetzt aber in der schier niemals endenden Liste großer dramatischer Liebesgeschichten verliere, komme ich lieber direkt auf unseren Tagestipp zu sprechen. Im Schauspielhaus Hannover liest Schauspielerin und Regisseurin Hannelore Hoger heute aus großartigen Werken vor, die allesamt in irgendeiner Form Abschied von einer einst großen Liebe nehmen. Darunter sind beispielsweise Texte von Marlene Dietrich, Simone de Beauvoir und Kurt Tucholsky. Begleitend dazu spielt Siegfried Gerlich Stücke von Debussy und anderen, um diesem Thema auch musikalisch Nachdruck zu verleihen.

Mittwoch, 3. Oktober 2018:
Hannelore Hoger liest: „Briefe und Geschichten über die Liebe“, Schauspielhaus Hannover, Prinzenstraße 9, 30159 Hannover, Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 25 Euro

(Foto: Susanne Viktoria Haupt)

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Kategorien: Literatur, Tagestipps

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