Susanne Viktoria Haupt
5. Oktober 2018

Neugedacht

Das Apollo-Kino in Linden zeigt heute den Film „Die stille Revolution“

Plädiert für ein Umdenken in der Arbeitswelt: „Die stille Revolution“ von Kristian Gründling, Filmplakat

Bodo Janssen führte ein sehr privilegiertes Leben. Als Sohn eines äußerst erfolgreichen Hoteliers mangelt es ihm keineswegs an Chancen. Und auch nicht an Geld. Dass Geld aber nicht alles ist, war eine Erkenntnis, die Janssen durch mehrere schwere Schicksalsschläge erfahren musste. 1998 wurde er entführt und seine Eltern wurden um zehn Millionen Mark erpresst. Während seiner Entführung drohte man ihm mehrfach mit dem Tode. Glücklicherweise wurde Janssen gerettet. 2007 verstarb sein Vater bei einem Flugzeugunfall und mit einem Mal war Janssen ohne Studium oder Ausbildung an der Spitze des Familienunternehmens angekommen. In Anbetracht des Schmerzes kein großer Erfolg. Janssen versuchte dieser Rolle so gut es geht gerecht zu werden, bis eine Befragung innerhalb des Unternehmens zeigte, dass kaum jemand mit seinem Führungsstil einverstanden war. Kurz gesagt: Man wünschte sich einen neuen Chef. Während andere Chefs sich lässig zurücklehnen und die Angriffe aussitzen würden, verstand Janssen die Kritik als Chance zur Veränderung und entwickelte hierauf eine neue Form der Unternehmensführung.

Der Dokumantarfilm „Die stille Revolution“, gedreht von Kristian Gründling, basiert auf dem gleichnamigen Buch von Bodo Janssen und zeigt anhand des Familienunternehmens „Upstalsboom“, wie die neue Arbeitswelt aussehen könnte. Im Fokus steht ganz klar die Entfaltung des persönlichen Potentials. Gesammelte Erfahrungen werden über Abschlüsse gestellt und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie von Beruf und Privatleben bekommt eine Aufwertung. Im Mittelpunkt stehen ein respektvolles und rücksichtsvolles Miteinander statt starre Hierarchien. Arbeit soll nicht mehr nur Mittel zum Zweck sein, sondern eine echte Erfüllung, in der man auch einen Sinn sieht. Erfolg soll neudefiniert werden.

Das Apollo-Kino zeigt heute „Die stille Revolution“ und markiert damit einen kleinen Meilenstein in der Entwicklung der Unternehmensführung in Deutschland. Eine machbare Revolution – und zudem ein Film, bei dem jeder einzelne das ein oder andere für sich persönlich mit nach Hause nehmen kann.

Freitag, 5. Oktober 2018:
„Die stille Revolution“, Dokumentarfilm von Kristian Gründling, D 2017, 90 min., Apollo-Kino, Limmerstraße 50, 30451 Hannover, Beginn: 18 Uhr, Eintritt: 8,50 Euro, ermäßigt: 7,50 Euro

  • weiterer Aufführungstermin:
  • Freitag, 9. November, 18 Uhr

(Foto: Pressefoto/Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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