Marcel Seniw
24. September 2018

Krisengipfel in Hannover

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen 1899 Hoffenheim

Bastian Dankert

Traute seinen eigenen Augen nicht, sondern zog die Brille des Video-Schiedsrichters vor: Bastian Dankert erwies 96 im letzten Spiel in Nürnberg einen Bärendienst

Es war leider nur einer der vielen Aufreger des Spieltags, denn auch auf anderen Plätzen dieser Republik wurden gravierende Fehler durch den Kölner Keller, besser bekannt als Video-Schiedsrichter, vollzogen. Dennoch wog die Entscheidung in Nürnberg gegen Hannover 96 subjektiv betrachtet am Schwersten: Hannover musste im Spiel beim Aufsteiger aus Franken einen Sieg einfahren, um einen Fehlstart abzuwenden. Die Entscheidung von Schiedsrichter Dankert in der 29. Minute, seine eigentlich richtige erste Wahrnehmung der Situation zu revidieren und Miiko Albornoz für ein nicht begangenes Foul des Feldes zu verweisen, weil Köln intervenierte, sorgte dann aber leider dafür, dass es den 96ern nicht gerade erleichtert wurde, den ersten Dreier einzufahren. Das Ergebnis ist bekannt: Die Roten unterlagen in Nürnberg. Dieser 96-Fehlstart wurde Ihnen präsentiert vom VAR – Ihrer Institution für pure Willkür.

Der Video-Beweis ist eigentlich eine gute Sache

Bitte nicht falsch verstehen, ich zähle mich eigentlich zu den Befürworter des Video-Beweises, doch wenn ein Unparteiischer einen Spieler für ein Schulterstreichelnvom Platz stellt und somit maßgeblich den Verlauf der Partie beeinflusst, obwohl nach Ansicht der Bilder eigentlich der Nürnberger Stürmer verwarnt gehört hätte, dann verliere selbst ich als Freund der technischen Hilfsmittel den Glauben an die Sinnhaftigkeit des Einsatzes dieser. Klarere Richtlinien müssen her, denn eine eindeutige Fehlentscheidung war in Dankerts erster Einschätzung nicht zu erkennen – weshalb also mischte sich der VAR überhaupt ein?

Auch 1899 Hoffenheim blieb bisher unter den Erwartungen

Der Fehlstart der Roten ist nun blöderweise tatsächlich eingetreten, Hannover steht auf dem Relegationsplatz 16. Gut also, dass Trainer und Team gar keine Zeit haben, um sich mit diesem Aspekt groß zu beschäftigen. Schon drei Tage nach der 0:2-Niederlage bei den Franken müssen die Roten wieder ran im zweiten Heimspiel der Saison. Der Gegner heißt TSG 1899 Hoffenheim. Und die Sinsheimer müssen gegen Hannover selbst dringend einen Sieg holen, um trotz des Hochgefühls der Champions-League-Teilnahme und des ersten Remis in selbiger gegen Shaktor Donezk nicht ebenfalls einen Fehlstart abzuliefern. Die TSG hat nach vier Spieltagen bisher vier Punkte zu Buche stehen – das ist weit unter den eigenen Erwartungen. Besonders schmerzhaft wog die 1:2-Niederlage gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf, da 1899 in diesem Spiel eine Vielzahl an Chancen ausließ.

Optimistisch auf den ersten Saisonsieg

Die Statistik zwischen Hannover und Hoffenheim spricht eigentlich für die Kraichgauer, in 18 Spielen konnte 96 nur fünfmal gewinnen, holte zwei Remis und unterlag elfmal. Aber: Alle Siege gegen Hoffenheim holte 96 daheim – ein nicht ganz unwichtiger Aspekt im Bezug auf das morgige Spiel. Beim letzten Heimsieg im vergangenem Jahr sahen wir einen ziemlichen verschneiten 2:0-Heimerfolg. Der Schnee wird an diesem Dienstagabend zwar ausbleiben, einen 2:0-Heimsieg wünschen wir uns dennoch in Hannover wieder. Und dementsprechend fällt auch mein Tipp für diesen Spieltag aus, ich bin halt ein Optimist: Hannover 96 wiederholt den Vorjahreserfolg und setzt sich wieder mit 2:0 über Hoffenheim durch. Endlich ein Sieg, und dann noch im Krisengipfel. Und das ganz ohne freundliche Unterstützung durch den VAR!

Dienstag, 25. September 2018, 20.30 Uhr:
Hannover 96 – TSG 1899 Hoffenheim

(Foto: Walter Koch/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 4.0)

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Kategorien: Sports

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