Jörg Smotlacha
19. Oktober 2018

Gegen den Fluch

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen

Kevin Volland

Hält das Spiel gegen Hannover 96 für richtungsweisend: Bayer-Stürmer Kevin Volland

Keine Punkte, schlechte Stimmung, Kritik am Trainer: Während Hannover 96 durchaus mit guten Leistungen in die noch junge Bundesliga-Saison gestartet war, bevor das Team einen kleinen Einbruch bekam, begann die Spielzeit für den morgigen Gegner Bayer 04 Leverkusen mit drei Niederlagen am Stück und es kam Unruhe auf. Ein paar Wochen später sieht die Situation etwas anders aus: Bayer zeigte sich mit 7 Punkten aus den letzten vier Spielen etwas erholt und siegte auch bei seinen beiden ersten Europa League-Einsätzen.

Keine Panik, kein Schicksalsspiel

Und dennoch hält Bayer-Stürmer Kevin Volland das morgige Spiel für „richtungsweisend“. Kein Wunder, denn es ist ein Duell der Tabellennachbarn. Hannover 96 steht derzeit auf Relegationsplatz 16 und die weit höher eingeschätzten Leverkusener rangieren nur zwei Plätze davor auf Platz 14. Zumindest für Bayer 04 ein Problem. Hannover könnte also einigermaßen ruhig in die Partie gehen und die Rolle des durchaus nicht chancenlosen Außenseiters gelassen annehmen. Und zumindest das sonst so unruhige Umfeld in Hannover scheint sich zum Glück ja auch darauf verständigt zu haben, nicht sofort jedes Spiel als richtungsweisend, entscheidend oder „Schicksalsspiel“ zu bezeichnen.

Trostlose Bilanz

Doch Hannover hat ein anderes Problem: die eklatante Auswärtsschwäche. Der letzte Sieg auf fremdem Platz gelang vor fast genau einem Jahr beim 2:1 am 21. Oktober 2017 in Augsburg. Noch schlechter sieht die Bilanz in Leverkusen aus: 2:3, 0:3, 0:4, 0:2, 1:3, 0:1, 0:2, 0:3, 0:4, 0:2 lauteten die erschütternden Ergebnisse der letzten zehn Begegnungen in der Bay-Arena aus hannoverscher Sicht. Das ist dann schon eine Bilanz, bei der gerne die Wörter „Angstgegner“ oder „Auswärtsfluch“ die Runde machen.

Die personelle Situation

Hoffnung macht die personelle Situation bei den Roten. Der verletzungsanfällige Innenverteidiger Felipe konnte am Mittwoch wieder ins Mannschaftstraining einsteigen und die Nationalspieler Bobby Wood (USA), Genki Haraguchi (Japan) und Walace (Brasilien) haben ihre Auslandseinsätze unbeschadet überstanden. Nur Bebou und Linton Maina machen aktuell Sorgen und können womöglich nicht spielen. Vermutlich erhält Kevin Wimmer eine neue Chance in der Innenverteidigung und auch Bobby Wood dürfte nach seinem Doppelpack gegen Stuttgart auf einen Einsatz im Sturmzentrum neben Niklas Füllkrug hoffen.

Psychologie gefragt

Bei Hannover 96 dürfte also nach dem ersten Saisonsieg gegen den VfB Stuttgart vor zwei Wochen nun morgen etwas Psychologie gefragt sein, um den „Auswärtsfluch“ zu besiegen und Punkte aus der Bay-Arena mitzunehmen. Unmöglich ist das nicht, denn der Gegner scheint durchaus anfällig zu sein. Nur darf Hannover nicht wieder – wie zuletzt in Frankfurt beim trostlosen 1:4 – den Aufbaugegner spielen für einen verunsicherten Konkurrenten. Eine kompakte Mannschaftsleistung hier, ein paar schnelle Tempo-Gegenstöße dort und vielleicht den einen oder anderen kleinen Glücksbringer im Spiel – dann könnte es durchaus klappen, den Fluch zu besiegen. Mein Tipp: Das Spiel endet 1:1, ein Anfang wäre gemacht.

Samstag, 20. Oktober 2018, 15.30 Uhr:
Bayer Leverkusen – Hannover 96

(Foto: Fuguito/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0)

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Kategorien: Sports

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