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Jetzt ein kleiner Lauf und die Welt sieht wieder rosig aus

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Heute: das Heimspiel gegen den FC Augsburg

Martin Kind

Blickt hoffnungsvoll auf das heutige Heimspiel: 96-Präsident Martin Kind

Am vergangenen Samstag fehlte nicht wirklich viel – außer vielleicht Innenverteidiger und Torschütze Felipe ab der 57. Spielminute – und Hannover 96 hätte seinen nun seit über einem Jahr andauernden Auswärtsfluch gebannt. Doch der aufopferungsvolle Kampf gegen elf Leverkusener machte sich nach hinten heraus dann doch bemerkbar. Die Frische im Kopf fehlte, wodurch die Abwehr ausgerechnet den Ex-Braunschweiger Karim Bellarabi aus den Augen verlor, der dann in der allerletzten Minute der Nachspielzeit sehenswert zum Ausgleich traf. Eine so knappe wie ärgerliche Kiste, doch Hannover 96 konnte zumindest einen Platz in der Tabelle nach oben wandern.

Immer Pech ist kein Zufall

Nun muss jedoch unbedingt ein Heimsieg gegen den FC Augsburg nachgelegt werden, denn auch wenn das Remis bei Bayer 04 Leverkusen unglücklich zustande kam, so zeigte es doch, dass Hannover 96 frei nach Andreas Brehme einfach „Scheiße am Fuß“ hat. Passend zur derzeitigen Lage bei den Roten sagte Nationalspieler Joshua Kimmich nach einem Spiel seines FC Bayern: „Immer Pech ist auch kein Zufall“. Und 96 hatte bislang häufig Pech. Zufall?

Reicht die Qualität der Mannschaft für die Bundesliga?

Nein, denn die gelb-rote Karte Felipes in der BayArena war ein individueller Fehler, während die glatt rote Karte für Miiko Albornoz ein schlechter Witz des Schiedsrichters war – trotz Video-Beweis. Mit einem Sieg in Nürnberg und einem Dreier am vergangenen Samstag stünde 96 aktuell auf dem achten Platz vor Hoffenheim. Bei dieser Ausbeute wäre in Hannover eitel Sonnenschein angesagt. Stattdessen macht man sich langsam, aber sicher leichte Sorgen, ob die Qualität der Mannschaft für die Bundesliga reicht.

Der heutige Gegner ist auf Augenhöhe

Der heutige Kontrahent FC Augsburg ist ein Gegner, gegen den Hannover 96 sein Heimspiel gewinnen muss. Zum einen, weil 96 mit dem FCA punktgleich ziehen kann, zum anderen, weil die Fuggerstädter nun mal ein direkter Konkurrent in der unteren Tabellenhälfte sind. Doch das Team von Manuel Baum spielt zurzeit in Regionen, wo Hannover 96 auch mal war und gerne wieder hin möchte. Augsburg spielt seine achte Bundesliga-Saison in Folge. Während in der ersten beiden Jahren noch der Klassenerhalt im Vordergrund stand, mauserte sich der Klub zu einem Team, dass mit dem Abstieg in den letzten Jahren nichts mehr zu tun hatte. Nach zuletzt drei Platzierungen im sicheren Mittelfeld der Tabelle, nahm der FCA in der Saison 2015/16 sogar an der Europa League teil, wo er nur knapp im Sechzehntelfinale am FC Liverpool scheiterte.

In die Saison hineinkämpfen

Bis nach Europa ist es für den HSV vom Maschsee noch ein verdammt langer Weg. In Hannover wäre man dieser Tage aber auch schon mit einem einfachen Erfolgserlebnis zufrieden. Und Hannover 96 könnte mit einem Sieg gegen Augsburg auch den Druck auf den darauffolgenden Gegner Schalke 04 erhöhen. Das Team des Ex-96ers Salif Sané steht aktuell einen Platz und einen Punkt hinter den Roten und hat erst fünf Saisontore zu Buche stehen. Mit einem kleinen Lauf und zwei Siegen aus diesen beiden Partien könnte sich 96 zunächst einmal aus dem gröbsten Schlamassel befreien, daraus Selbstvertrauen für den Hinrunden-Endspurt ziehen und für etwas Ruhe im langsam nervös werdenden Umfeld sorgen. Mein Tipp: Der Mini-Lauf beginnt gegen den FC Augsburg, den Hannover 96 mit 2:1 niederringen wird. Neun Punkte und eine breite Brust für das Auswärtsspiel beim FC Schalke 04 – so könnte sich 96 nach dem verkorksten Auftakt langsam in die Saison hineinkämpfen.

Samstag, 27. Oktober 2018, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – FC Augsburg

(Foto: AxelHH/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0 [1])

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