Susanne Viktoria Haupt
4. November 2018

Die Letzten ihrer Art

Das Kommunale Kino im Künstlerhaus zeigt den Dokumentarfilm „An den Rändern der Welt“

Respektvoll und rücksichtsvoll: „An den Rändern der Welt“ nimmt uns mit auf eine Reise zu den letzten indigenen Bevölkerungen

Die großen Katastrophen, die der Kolonialismus angerichtet hat, sind immer noch nicht ganz erfasst. Eines aber ist sicher: Durch den Kolonialismus wurden viele indigene Völker nicht nur ihres Lebensraums beraubt, sondern zu Teilen auch vernichtet. Es ist eben immer so eine Sache mit den vermeintlich „zivilisierten Völkern“, vor allem den europäischen, die eben diesen eurozentrischen Blick innehaben. Was nicht so ist wie wir, das ist eben auch nicht zivilisiert. Und was nicht zivilisiert ist, muss unterworfen oder aber assimiliert werden. Vornehmlich weil das Attribut „zivilisiert“, welches recht willkürlich benutzt wird, als Kriterium für den Wert betrachtet wird. Unzivilisiert ist in dieser Logik auch gleichermaßen weniger wert.

Dennoch gibt es auf der Welt glücklicherweise immer noch einige indigene Völker, die es zu schützen und zu erhalten gilt. Dazu gehört, dass man ihnen nicht nur ihre Lebensräume gibt, sondern sie auch nicht versucht, zu assimilieren. Oder aber sie durch Ausweitungen der vermeintlich „zivilisierten Zone“ gefährdet. Eine Voraussetzung, um für indigene Bevölkerungen ein Grundverständnis zu erlangen, ist die Beschäftigung mit eben diesen. Denn nur, wenn wir etwas verstehen, verlieren wir nicht nur die Angst davor, sondern können auch Vorurteile abbauen.

Markus Mauthe ist ein deutscher Fotograf und Naturschützer. Bereits mit 17 Jahren machte er sich zum ersten Mal auf den Weg, um die Welt in ihrer Schönheit mit der Kamera zu erfassen. Seine Reisen führten ihn schon früh nach Afrika und Neuseeland. Mittlerweile ist der 1969 geborene Fotograf nicht nur sehr gefragt, sondern auch eng vernetzt mit Organisationen wie beispielsweise Greenpeace.

Mit dem Dokumentarfilm „An den Rändern der Welt“ nimmt uns Mauthe mit auf eine Reise zu den indigenen Völkern dieser Welt und gewährt uns einen respektvollen und rücksichtsvollen Blick auf die letzten Gemeinschaften ihrer Art. Dabei immer im Sinn: Die stetige Gefahr durch die Globalisierung, die auch vor den entlegensten Winkeln der Welt nicht Halt machen will. „An den Rändern der Welt“ ist ein wichtiger Dokumentarfilm, der die Marginalisierung und weitere Gefahren einfängt, mit denen die indigenen Bevölkerungen zu kämpfen haben. Zu sehen ist der Film ab heute im Kino im Künstlerhaus.

Sonntag, 4. November 2017:
„An den Rändern der Welt“, Dokumentarfilm von Thomas Tielsch, D 2018, 90 min., OmU, Kino im Künstlerhaus, Kommunales Kino, Sophienstraße 2, 30159 Hannover, Beginn: 20.15 Uhr, Eintritt: 6,50 Euro, ermäßigt: 4,50 Euro

  • weitere Aufführungstermine:
  • Montag, 5. November, 20.15 Uhr
  • Dienstag, 6. November, 20.15 Uhr
  • Freitag, 9. November, 16 Uhr
  • Sonntag, 11. November, 16 Uhr
  • Mittwoch, 14. November, 15.30 Uhr

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Politik, Tagestipps

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