Susanne Viktoria Haupt
29. Oktober 2018

Ein kleines Strichmännchen ganz groß

Seitenansicht Spezial: „Gregs Tagebuch“ von Jeff Kinney

Wird auch mit dem neuen Band seine Erfolgsgeschichte fortsetzen: Jeff Kinneys „Gregs Tagebuch 13 – Eiskalt erwischt!“, Buchcover

Es gibt sie ja nun mal: Die echten Buch-Hits für Kinder. Dazu gehört beispielsweise Kathryn Littlewoods Reihe „Die Glücksbäckerei“, die mittlerweile stolz acht Bände umfasst. Oder der Evergreen „Harry Potter“, dessen Geschichten auch heute noch Millionen von Kindern und Erwachsenen folgen. Und auch Jeff Kinneys Geschichten rund um den Anti-Helden Greg Heffley sind nicht nur seit 2008 ein echter Hit, sondern schenken den heranwachsenden Leserinnen und Lesern morgen den bereits 13. Band. Mit drei Verfilmungen und einer breiten Palette an Merchandise wird es also wirklich Zeit, einen Blick auf das „Gregiversum“ zu werfen.

Die Erfolgsgeschichte begann 2008 mit der Veröffentlichung des ersten Bandes auf dem deutschen Buchmarkt. „Gregs Tagebuch – Von Idioten umzingelt“ berichtete dabei anschaulich in Tagebuch-Form samt kleinen Strichmännchen-Zeichnungen von den großen Herausforderungen der Junior Highschool, die sich der elfjährige Protagonist Greg fortan stellen muss. Aber Greg ist dabei ganz anders, als wir uns ein literarisches Vorbild für unsere Kinder vielleicht vorstellen würden. Er ist egoistisch, frech, faul und selten nett zu seinen Mitmenschen. Er ist sozusagen ein kleiner Anti-Held, der mit großem Durchhaltevermögen von seinem Leben berichtet. Da wären beispielsweise sein leicht übergewichtiger und für Gregs Verhältnisse noch zu verspielter bester Freund Rupert, sein nerviger großer Bruder Rodrick und natürlich auch das schönste Mädchen des ganzen Jahrgangs, Holly. Hinzukommen noch Gregs Eltern Frank und Susan Heffley, denen gerne der ein oder andere Streich vom pubertierenden Sohn Rodrick entgeht.

In den 12 Bänden, die bereits erschienen sind, hat Greg mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen, die einem das Leben nun mal vor die Füße wirft. So kündigt ihm sein bester Freund Rupert mehrfach die Freundschaft, weil Greg auch einfach kein guter Freund ist. Und Greg verliebt sich in Holly, traut sich aber nicht, sie anzusprechen. Und dann sind da natürlich auch noch die Eltern, die keineswegs akzeptieren wollen, dass Greg schon elf ist und seinen eigenen, wenn auch zweifelhaften Weg gehen möchte. Warum Kinder diese Reihe so lieben, obwohl Greg wirklich keinen einzigen guten Charakterzug in sich trägt? Weil es schlicht und ergreifend urkomisch ist und Greg zudem mutig genug ist, sich zumindest in schriftlicher Form ordentlich Luft zu machen. Außerdem ist Greg mit seinen alltäglichen Erlebnissen immer ganz nah dran am Leben seiner Leserschaft. Das ist auch nicht weiter verwunderlich, denn Autor Kinney hat eigene Kindheitserlebnisse als Vorlage für Gregs Tagebücher genommen.

Morgen erscheint mit „Gregs Tagebuch 13 – Eiskalt erwischt!“ der 13. Band und dieser passt zur bevorstehenden Jahreszeit. Es ist Winter und die ganze Stadt ist eingeschneit. Greg hat schulfrei und freut sich auf einen langen und ruhigen Tag auf der Couch mit ein paar Video-Spielen. Seine Mutter Susan allerdings besteht darauf, dass ihr Sohn das „schöne Wetter“ genießt und schickt ihn raus. Und damit mitten ins Chaos. Denn das Leben draußen vor der Tür gleicht bei diesem Schneefall und damit verbundenem Schulfrei einem Krisengebiet. Eine wilde Schneeballschlacht folgt der nächsten und Greg kann sich mit seinem besten Freund Rupert nur mit großer Mühe einen Überblick über die unterschiedlichen Lager bilden. Es wird also wieder lebensnah und lustig und Greg wird sicherlich wie in allen anderen Bänden als einzigartiger Anti-Held in Strichmännchenform glänzen können.

Jeff Kinney: „Gregs Tagebuch 13 – Eiskalt erwischt!“, 224 Seiten, Baumhaus Verlag, ISBN-13: 978-3833936593, 14,99 Euro

„Seitenansicht“ erscheint in Kooperation mit der Buchhandlung Decius.

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Kategorien: Literatur

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