Jörg Smotlacha
5. November 2018

Kleider machen Leute?

„En Vogue“: Im Literarischen Salon geht es heute Abend um die Frage, wie politisch Mode ist

Barbara Vinken und Martina Glomb

Diskutieren heute über die poltische Dimension von Kleidungsfragen: Barbara Vinken und Martina Glomb

Kann Mode politisch sein? Und muss sie das nicht sogar? Wenn man dem alten 68er-Spruch „Das Private ist politisch“ folgt, der übrigens ein wichtiger Bestandteil der Feminismus-Debatte seiner Zeit war, dann ist natürlich jede Kleidung auch ein Statement. Auch eine möglichst unauffällige. Und wenn man sich bestimmte Subkulturen anschaut, dann ist von der zerrissenen Hose und dem Tattoo oder der Irokesen-Frisur über die Jogging-Hose und die Baseball-Cap bis hin zum Thor Stainer-Sweatshirt ohnehin alle Kleidung symbolisch aufgeladen und eine Aussage für sich. Und ja, auch, wenn man dem Gedanken folgen mag, dass zum Beispiel in Berlin jede und jeder so rumlaufen kann, wie er oder sie möchte, vielleicht auch im Schalfanzug auf dem Kudamm, dann ist das natürlich ein Ausdruck einer gewissen gesellschaftlichen Haltung, die vielleicht in München-Schwabing anders gesehen wird. Und keine Frage ist hoffentlich, dass es einen Unterschied ausmacht, ob man seine Kleidung bei KiK kauft oder ganz fair im Allerweltsladen, denn natürlich hängen da produzierende Existenzen dran. Klar ist Mode also politisch.

Aber anders herum: Sind nicht alle diese Dresscodes auch ein totaler Ausverkauf? Das Metallica-T-Shirt von H&M, die Che Guevara-Cap aus dem Souvenir-Laden oder das neue Trikot vom Lieblings-Fußballverein? „Fashion as revolt oder doch der Ausverkauf des Aufstands durch die Mode-Industrie?“, so formulieren es die Veranstalerinnen und Veranstalter der heutigen Diskussion „En Vogue. Mode machen – Meinung machen“ im Lietrarischen Salon. Diskutiert wird mit der Literatur- und Kulturwissenschaftlerin Barbara Vinken, die seit Jahren auf diesem Gebiet forscht und in ihrem Buch „Angezogen. Das Geheimnis der Mode“ versucht hat, das System, dem Modetrends folgen, zu untersuchen. Ebenfalls zu Gast ist Martina Glomb. Als ehemalige Chefdesignerin bei Vivienne Westwood und Leiterin des Studiengangs Modedesign an der FH Hannover erkennt sie diese Trends nicht nur, sondern hat sie auch kreiert. Wie politisch ist Mode also? Und was machen wir da mit uns? Schön sein alleine geht jedenfalls nicht.

Montag, 5. November 2018:
„En Vogue. Mode machen – Meinung machen“, Diskussion mit Barbara Vinken und Martina Glomb, Conti-Foyer, Leibniz Universität Hannover, Königsworther Platz 1, 30167 Hannover, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 10 Euro, ermäßigt: 6 Euro

(Foto: Pressefoto/Literarischer Salon)

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Kategorien: Literatur, Tagestipps

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