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Schon wieder (k)ein Derby gegen die Wölfe

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den VfL Wolfsburg

Toller Rahmen für ein Topspiel: die HDI Arena unter Flutlicht

Wieder Flutlicht, wieder der VfL Wolfsburg: Hannover 96 empfängt die Wölfe das zweite Mal innerhalb von zehn Tagen

Bravo, 96! Da hast Du Dich auf Schalke ja mal wieder von Deiner nobelsten Seite gezeigt. Den kriselnden Champions-League-Teilnehmer wieder aufgebaut und dann auch noch dafür gesorgt, dass der ebenfalls kriselnde Sturm-Neuzugang Mark Uth endlich seinen ersten Treffer in Königsblau erzielt. Das hat der Gelsenkirchener Fußballer-Seele dann auch so gut getan, dass Schalke am Dienstag in der Champions League auch Galatasaray Istanbul mit 2:0 besiegte. Und wer steuerte selbstverständlich einen Treffer bei? Na klar, Neu-Nationalspieler Mark Uth.

96 kümmert sich um die Fünf-Jahres-Wertung

Schön, dass Hannover 96 für unsere Teams in Europa als Aufbaugegner herhält. Denn sonst kümmert sich ja ohnehin keiner mehr um die Fünf-Jahres-Wertung, in der Deutschland im Einjahres-Ranking in der letzten Saison sogar noch hinter Russland und nur knapp vor Österreich landete. In diesem Jahr sieht es auf Europäischer Ebene nun wieder besser aus, Deutschland liegt aktuell knapp hinter Spanien auf dem zweiten Rang vor Italien und hat schon über Dreiviertel der Punkte des letzten Jahres eingefahren.

Danke Hannover!

Und das haben wir einzig und allein Hannover 96 zu verdanken! Denn: Hannover 96 hat gegen sechs der sieben europäischen Konquistadoren bereits gespielt, nur Bayern München fehlt noch. Und bis auf Hoffenheim, die in der Champions League in einer schwierigen Gruppe momentan auf Rang drei platziert sind und somit zumindest in die K.o.-Phase der Europa League einziehen würden, liegen die deutschen Vertreter jeweils auf den Plätzen eins und zwei ihrer Gruppen.

Niko K. aus M.
Auch in der Bundesliga läuft es für die Teams, die bereits gegen Hannover 96 gespielt haben, zusehends besser. Hoffenheim hatte eine Minikrise, die Eintracht eine etwas hartnäckigere und in Leverkusen wurde der Trainer von den Medien gefühlt schon zig Mal entlassen. Kaum kam 96, wurde alles wieder einigermaßen gut. So nun vielleicht auch auf Schalke. Und Gerüchten zufolge soll sich ein gewisser Niko K., Trainer eines erfolgreichen Münchener Traditionsklubs mit Emigrations-Vordergrund, schon sehnlichst den 15. Spieltag und die Partie gegen Hannover herbeiwünschen.

Was hat der VfL Wolfsburg vor?

Schon länger nicht mehr in Europa unterwegs war der VfL Wolfsburg, doch damit soll nun Schluss sein. Mit Jörg Schmadtke und Bruno Labbadia hat sich VW – Entschuldigung, ich meine natürlich den VfL – zwei fähige Männer in den Touareg geholt, die obendrein auch noch verdammt pfiffig sind. Warum fähig? Schmadtke führte nicht nur 96 und den 1.FC Köln nach Europa, sondern auch Zweitligist Alemannia Aachen in den Uefa Pokal 2004/05. Aachen qualifizierte sich über das mit 2:3 gegen Werder Bremen verlorene DFB-Pokalfinale 2004 für den Wettbewerb. Und Bruno Labbadia führte den damals noch echt gar nicht mal so beknackten Hamburger SV 2008/09 sogar bis ins Halbfinale des Uefa-Cups.

Legales Mental-Doping made by #H96

Und warum pfiffig? Weil ihre jahrelange und auch internationale Erfahrung natürlich für ein ganz feines Gespür sorgt, wie man eine Mannschaft für höhere Aufgaben motivieren kann. Damit sich der VfL nach zweijähriger Relegationsgeschichte nicht erst durch ein tristes Jahr im tabellarischen Niemandsland durchquälen muss, ordnen die beiden VfL-Macher einfach ein geistiges Doppel-Dopings-Trainingslager in Hannover an, um so richtig Schub für Europa mitzunehmen. Die erste Kur gab es vergangene Woche beim 2:0-Sieg über Hannover 96 im DFB-Pokal. Da es danach noch nicht für Borussia Dortmund reichte – die Wölfe unterlagen knapp mit 0:1 -, kommen die Wölfe nur zehn Tage nach der ersten Behandlung bereits zur zweiten Anwendung unter Flutlicht wieder.

Eine Überdosis 96

Konnten Eintracht Frankfurt, Schalke 04 und Co. sich Mental-Doping durch Siege über die Roten holen, dann können das die Wölfe – im Gegensatz zu fünf der aktuellen Europapokal-Teilnehmer immerhin deutscher Meister in diesem Millennium – doch schon lange. Aber Vorsicht, VfL: Nicht, dass ihr Euch noch eine Überdosis 96 reinzieht! Dann kann der Durchstart-Plan nämlich auch gehörig in die Hose gehen und ihr verkrampft noch am unteren Tabellenende!

Der Gastgeber präpariert sich

Hannover 96 trifft indes schon Vorsichtsmaßnahmen, damit die Wölfe sich nicht zu viel 96 rein pfeifen. Niclas Füllkrug hatte schon im Pokalspiel Knie, fiel deshalb aus und wird wohl auch am Freitagabend wieder in die Rolle des Zuschauers schlüpfen müssen. Sturmkollege Hendrik Weydandt hat seit Dienstag Adduktoren, Pirmin Schwegler wieder Fuß und Felipe hat nach seinem Kurzzeit-Comeback schon wieder einen Faserriss, was das Hinrundenaus für den Brasilianer bedeutet. Die Jungs von 96, die also auch mal zulangen, knipsen, taktieren oder einfach mit ihrer Physis einen Gegner beeindrucken können, fallen also schon einmal aus. Dafür ist Linton Maina wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen – vielleicht kann er ja mit den Wölfen etwas Ballspielen und sie mürbe machen.

Schwarz, schwärzer, Vantablack

Doch nach den letzten Auftritten fragt man sich schon: Gegen wen sollen die Roten eigentlich noch gewinnen, wenn sie jetzt auch noch auf der letzten Felge kauen? Die nächsten Gegner nach Wolfsburg heißen Mönchengladbach und Berlin und gegen diese Teams darf man auch nicht unbedingt mit Punkten rechnen, was einen Sieg gegen Wolfsburg eminent wichtig erscheinen lässt. Das Spiel ist zwar kein Derby, doch wenn Hannover gegen den VfL und die verbleibenden sechs Hinrunden-Kontrahenten nicht jedes Mal die Leidenschaft eines Derbys in die Partie investiert, dann sehe ich schwärzer als Vantablack für einen versöhnlichen Jahresausklang. Mein Tipp: Der VfL zieht sein Motivationsprogramm durch. Hannover 96 unterliegt erneut mit 0:2 den Wölfen. Armer André Breitenreiter.

Freitag, 09. November 2018, 20.30 Uhr:
Hannover 96 – VfL Wolfsburg

(Foto: Marcel Seniw)

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