Roman Kansy
25. November 2018

Die Sache mit der mystischen 23

Pro Jahr verschwinden im Schnitt 23 Passagiere auf Kreuzfahrten – aber was, wenn einer wieder auftaucht? „Passagier 23“ auf der Hinterbühne

Die hannoversche Hinterbühne hat den kommerziell erfolgreichen Thriller „Passagier 23“ von Sebastian Fitzek ins Theater gebracht

Auf der Südstädter Hinterbühne wird zurzeit nicht etwa eines der bewährten klassischen Stücke bühnentauglich aufbereitet, sondern ein Convenience-Thriller, der aus der Feder von einem der momentan kommerziell erfolgreichsten Autoren Deutschlands stammt. Der Name Sebastian Fitzek sollte jedem allein dadurch bekannt sein, dass er einem von zig Stapeln in Bücherläden entgegenschlägt. In seinem Werk „Passagier 23“ hat Fitzek seine Handlung auf den geheimnisvollen Ozean verlegt, was angesichts des boomenden Marktes an Kreuzfahrten nicht die schlechteste Idee war. Einen wirklich erholsamen Urlaub erwartet den Protagonisten allerdings nicht.

Der Polizeipsychologe Martin Schwarz hat in seiner Vergangenheit eher negative Erfahrungen mit dem Kreuzfahrt-Business gemacht: Seine Familie verschwand vor fünf Jahren nämlich spurlos auf einem solchen Urlaubsdampfer. Angeblich soll es sich um Suizid gehandelt haben. Seitdem ist Schwarz ein Wrack und weiß seine emotionale Pein nur dadurch zu ersticken, dass er sich mit Polizei-Arbeit überschüttet. Mitten in einem Einsatz wird er jedoch plötzlich von einer alten Dame kontaktiert. Sie hätte Beweise für das Schicksal seiner Familie und er müsse schnellstens an Bord jenes schicksalsträchtigen Schiffes, der „Sultan Of The Seas“, kommen. Dem Hinweis folgend erfährt er, dass ein bis vor kurzem ebenfalls vermisstes Mädchen wieder aufgetaucht ist – und es hielt den Plüschbären seines Sohnes im Arm.

Hannovers „Die Tribüne“ hat sich als ältestes Amateur-Theater auf die Bühnen-Adaption von Krimis und Thrillern spezialisiert und sich die Hinterbühne als bevorzugten Veranstaltungsort auserkoren. Wesentliches Entscheidungskriterium für die Aufnahme sind laut der künstlerischen Leiterin Renate Rochell irgendeine Form von Mord und Totschlag, und da erschien das Substrat von Fitzeks albtraumhafter Transatlantik-Passage genau richtig. Der Ozean als ideales Szenario für das perfekte Verbrechen.

Sonntag, 25. November 2018:
„Passagier 23“, Theaterstück, Hinterbühne, Hildesheimer Straße 39a., 30163 Hannover, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 16 Euro, ermäßigt: 12 Euro

  • weitere Aufführung:
  • Freitag, 30. November, 20 Uhr

(Foto: Pressefoto/Hinterbühne)

Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Bühne, Tagestipps

Kommentiere diesen Artikel