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Studier’ das Leben!

von Henning Chadde      Samstag, 2. Januar 2010

Das neue Jahr im Uni-Viertel: Plädoyer für eine Wiederbelebung

Bierglas

So sieht das aus!

Was macht eigentlich…? …die Kneipenszene im Uni-Viertel in der Nordstadt? Seit langem hat man beim Besuche der altehrwürdigen studentischen Trink- und Gelage-Meilen das Gefühl, dass in den Kneipen rund um das Epi-Zentrum des mehr oder weniger gepflegten universitären Vollrausches die totale Geisterstunde Einzug gehalten hat. Oftmals empfängt den durstigen (Nacht-)Wanderer am und um den Schneiderberg herum dieser Tage eine bedrückend gähnende Leere. Fast scheint es, als studierten die Semesterlinge der Gegenwart zwischen Bachelor-Baukasten-Zwang und Nebenjob-Stress dermaßen konzentriert, dass für ein Platte eichendes Kneipen-Hobby keine Zeit mehr bleibt. Entschuldigung, aber das kann doch hoffentlich nur ein Witz sein? Nicht auszudenken, wenn dem so sei. Prägen und fördern doch gerade Trinkgelage und tiefschürfende Tresengespräche nachweislich seit jeher die Sozialkompetenzen und Netzwerkfähigkeiten angehender Jung-Akademiker. Vor allem: Was soll man denn dann später seinen Kindern und Enkeln vom Studium erzählen? Reicht Papa oder Opa dann einfach nur seine Lieblings-Formelsammlung mit den Worten “lerne und übe”? Was ist denn dann mit dem alten Kreativ-Antrieb “lebe und liebe”? Muss man ja auch mal darüber nachdenken…

Ran an die Buletten!

Also, Ihr fleißigen Studentinnen und Studenten da drinnen und draußen: Besucht gefälligst wieder die einschlägigen Studi-Kaschemmen und Räucherhölen im Uni-Viertel! Diskutiert Euch ordentlich bei einem bis zwanzig kühlen Blonden die Köpfe heiß - warum beispielsweise die eine Blonde da drüben auf der anderen Seite des Tresens viel kühler auf Eure Anmache reagierte als der zweite Blonde daneben. Diskutiert weiter im Nebel und benebelt die wirklich wichtigen, weltbewegenden Themen! Schaut über die digitalen Telleränder Eurer Laptops und Studiermaschinen endlich wieder direkt in das Antlitz des blühenden (Kneipen-)Lebens. Tod allen Plüsch-Clubs und Kuben-Lounges, nieder mit allen Plastiksesseln und dem Elektronik-Geschnösel! Es lebe das erdige Pils anstelle klebrig übersüßter Pinscher-Cocktails, die Curry-Pommes mit Majo statt der Low-Fat-Ruccola-Pesto-Terrine mit null Kalorien! Es leben die ein bis zwei komplett verfeierten, deswegen aber noch lange nicht verlorenen Semester, die man früher zum Erreichen eines Magister- oder Diplom-Abschlusses unbedingt vorzuweisen hatte, denn diese Zeiten - sie kommen niemals wieder.

Rein in die Kneipe!

Fangt am besten sofort an: Zum Beispiel heute Abend im altehrwürdigen Kuriosum, direkt am Schneiderberg. Denn da wird zur Begrüßung des neuen Jahres zu einem Auftaktspiel bei gediegenem Singer/Songwriter-Folk mit dem australischen Sänger Kian und dem hannoverschen Urgestein Duke Of Ingmar geladen. Auf dass Ihr gleich eine ganze Woche Silvester und Neujahr zugleich feiern möget. Auf dass die Seminarräume - wie früher - an den ersten Tagen im neuen Jahr wieder ordentlich leer sein mögen. Der Kater ist kein Tier, er ist eine Ehrenbezeichnung. Das lernt man niemals nicht im Biologie-Seminar. Jawoll!

Samstag, 2. Januar 2010:
Auftaktspiel, Singer/Songwriter-Folk mit Kian (Australien) und Duke Of Ingmar (Hannover), Kuriosum, Schneiderberg 14, 30167 Hannover, Beginn: 20.10 Uhr, Eintritt frei

(Foto: pixelio.de)

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