Lorenz Varga
6. Dezember 2018

Godfather of Inspiration

Das Stück „Iggy – Lust for Life“ beschäftigt sich mit der Rock-Ikone Iggy Pop und seiner gemeinsamen Zeit mit David Bowie in Berlin

Einer von sechs Iggys: Schauspieler Hagen Oechel

Er hat Generationen von Musikern und Zuschauern inspiriert, gilt bis heute als unangepasst, als Wegbereiter des Punk, der auf die Kohle und den Kapitalismus scheißt. Er selbst versteht sich als Stimme der Kranken, der Hässlichen, der Unglücklichen und der Minderheiten. Doch als Iggy Pop 1976 zusammen mit seinem Mentor David Bowie nach Berlin ging, da brauchte er erst einmal selbst Inspiration. Seine Band The Stooges hatte sich zwei Jahre zuvor aufgelöst und Alkohol und Drogen drohten, ihn zu zerstören. Erst das von David Bowie produzierte Album „Lust for Life“, auf dem erstmals Pops Welthit „The Passenger“ erscheint, brachte ihn wieder in die Spur.

Von dieser Zeit in Berlin erzählt Regisseur Sascha Hawemann in seinem Stück „Iggy – Lust for Life“, das heute auf der Bühne des Schauspielhauses Hannover Premiere feiert. Es ist die Zeit des Kalten Krieges, die Zeit der Mauer und auch die Zeit der RAF. Aber es ist auch eine Zeit, in der sich künstlerisch und kulturell jede Menge tut in dieser geteilten Stadt. Viele Geschichten sind in Vergessenheit geraten. So fuhren David Bowie und Iggy Pop zum Beispiel oft nach Ostberlin zum Berliner Ensemble, dem Brecht-Theater. Dort traf man dann auch schon mal auf Heiner Müller. Oder Iggy Pops Fahrten zum Wannsee. Fast jedes Wochenende soll er da gewesen sein, am Grab von Heinrich von Kleist, den er als Geistesverwandten betrachtete und der als Muse für „The Passenger“ gilt.

Die Zuschauer können sich auf ein Roadmovie mit Kulturgeschichte freuen, auf eine Reise in das Berlin von 1977. Hier trifft Rock’n Roll auf Kunst, trifft Rock’n’Roll auf Geschichte und hier trifft Rock’n’Roll auf Politik. Gerade Iggy Pop ist jemand, der sich vehement ins Verhältnis zur Realität setzt. Und natürlich gibt es jede Menge Musik, nicht nur von dem Album „Lust for Life“.

Donnerstag, 6. Dezember 2018:
„Iggy – Lust for Life“, Inszenierung von Sascha Hawemann und Johannes Kirsten, Premiere, Schauspielhaus Hannover, Prinzenstraße 9, 30159 Hannover, Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 23 bis 45 Euro

  • weitere Aufführungen:
  • Freitag, 14. Dezember, 19.30 Uhr
  • Montag, 31. Dezember, 18 Uhr
  • Montag, 31. Dezember, 21 Uhr
  • Freitag, 4. Januar, 19.30 Uhr
  • Sonntag, 13. Januar, 17 Uhr
  • Donnerstag, 24. Januar, 19.30 Uhr

(Foto: Pressefoto/Niedersächsisches Staatstheater/Katrin Ribbe)

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Kategorien: Bühne, Musik, Tagestipps

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