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Der unglückliche Prometheus

Das Schauspielhaus Hannover bringt Mary Shellys „Frankenstein“ als musikalische Lesung auf die Bühne

"Frankenstein", musikalische Lesung

Atmosphärisch und tragisch: „Frankenstein“ als musikalische Lesung

Frühes neunzehntes Jahrhundert, irgendwo im Eismeer tief in der Arktis. Ein Schiff möchte den Nordpol erreichen, ist aber im ewigen Eis eingeschlossen. Die Besatzung entdeckt einen hünenhaften Mann, der auf einem Hundeschlitten unterwegs ist, und nimmt den neuen Passagier an Bord. Es ist Viktor Frankenstein, schwerkrank und völlig entkräftet. Nachdem ihn der Besitzer des Schiffes einigermaßen gesundgepflegt hat, erzählt ihm Frankenstein seine Geschichte.

Was dann folgt, gehört zur Literaturgeschichte und ist weltberühmt. In Mary Shellys Roman „Frankenstein oder Der moderne Prometheus“ wird der Werdegang eines jungen Schweizer Naturwissenschaftlers erzählt, der sich an der Universität Ingolstadt damit befasst, toter Materie Leben einzuhauchen, und dessen wahnsinniges Ziel es ist, einen künstlichen Menschen zu erschaffen. Als dies gelingt, beginnt die wahre Tragödie, denn das neu erschaffene Wesen ist auf der Suche nach Liebe und Trost, und da ihm beides verwehrt bleibt, hinterlässt es Angst und Schrecken.

„Frankenstein“ ist mehrfach verfilmt worden, meist als Horror-Movie, und natürlich auch auf zahlreichen internationalen Theaterbühnen aufgeführt worden. Wenn das Stück nun heute aber als einmaliges Gastspiel auf der Bühne des Schauspielhauses zu sehen ist, dann erschließt sich eine andere Facette von Shellys Roman: Der Schauspieler August Zirner und die Klangwelten des Spardosen-Terzettes hüllen die Story bei ihrer musikalischen Lesung in eine schaurige Atmosphäre und inszenieren es zugleich als „Parabel auf die Machtphantasien der Wissenschaft und die Technik-Gläubigkeit des Menschen“ (WDR). Sehenswert!

Samstag, 1. Dezember 2018:
„Frankenstein“, musikalische Lesung mit August Zirner und dem Spardosen-Terzett, Schauspielhaus Hannover, Prinzenstraße 9, 30159 Hannover, Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 25 Euro

(Foto: Pressefoto/Niedersächsisches Staatstheater)

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