Susanne Viktoria Haupt
23. Dezember 2018

Gar nicht gaga

Ein Regie-Debüt, das nicht hätte besser sein können: „A Star Is Born“ von und mit Bradley Cooper läuft heute im Apollo-Kino

Mit ihrer Rolle in „A Star Is Born“ beweist Sängerin Lady Gaga, dass ihr die Schauspielerei ebenso liegt wie die Musik: „A Star Is Born“, Filmplakat

Bradley Coopers Regie-Debüt „A Star Is Born“ ist ein solides Gebilde nach Schema F. Jackson Maine (Bradley Cooper) ist ein gescheiterter Musiker. Eigentlich hatte er mit seinem Talent eine glorreiche Zukunft vor sich, aber ein Tinnitus und eine Alkoholsucht brachten ihn vom rechten Weg ab. Erst als er auf die junge Musikerin Ally (Lady Gaga) trifft, schöpft er neue Hoffnung. Ally kann nämlich nicht nur phantastisch singen, sondern schreibt auch noch großartige Songs. Allerdings traut sie sich nicht auf die Bühne, denn Ally findet sich viel zu hässlich. Vor allem ihre vermeintlich große Nase macht ihr zu schaffen. Für Jackson ist das vergeudetes Talent und er unternimmt alles, um Allys Selbstbewusstsein aufzubauen. Während Ally dann endlich ihren Weg ins Rampenlicht findet, entwickelt sich zwischen ihr und Jackson eine leidenschaftliche Liebesgeschichte. Dass diese Liebe aber in Anbetracht des Erfolgs nicht ohne Schmerzen verläuft, dürfte allen klar sein…

Ja, das hört sich wie gesagt sehr nach Schema F an. Und es ist auch keineswegs eine neue Geschichte. „A Star Is Born“ ist ein Remake des Films „Ein Stern geht auf“ von 1937, der wiederum stellenweise an den 1932 erschienenen Film „What Price Hollywood“ angelehnt ist. Das muss aber alles natürlich keineswegs schlecht sein und ein bekanntes Schema – ein gescheiterter Mann trifft eine junge Frau und verhilft dieser zu ungeahnter Größe, sie verlieben sich und der Erfolg wird zum Problem – muss auch nicht gleich Langeweile bedeuten. Im Falle von „A Star Is Born“ hatte Bradley Cooper Glück, ausgerechnet Lady Gaga für die Rolle der Ally gewinnen zu können. Für die Musikerin ist es ihre erste große Kino-Rolle und auch, wenn man ihr in einigen Szenen noch die Unerfahrenheit anmerkt, überzeugt sie sowohl gesanglich als auch mit ihrem natürlichen Charme. Das bügelt sogar die ein oder andere zu gewöhnliche Szene wieder aus. Belohnt wurde das neue Schauspiel-Talent direkt, denn erst diesen Monat erhielt sie für ihre Rolle der Ally eine Golden Globe-Nominierung. In diesem Falle war Schema F als Idee also gar nicht gaga.

Sonntag, 23. Dezember 2018:
„A Star Is Born“, Musikfilm von Bradley Cooper, USA 2018, 136 min., Apollo-Kino, Limmerstraße 50, 30451 Hannover, Beginn: 20.15 Uhr, Eintritt: 7,50 Euro, ermäßigt: 6,50 Euro

  • weitere Aufführungen:
  • Mittwoch, 26. Dezember, 22.30 Uhr
  • Freitag, 11. Januar, 20.15 Uhr
  • Samstag, 12. Januar, 20.15 Uhr
  • Montag, 14. Januar, 17.45 Uhr
  • Dienstag, 15. Januar, 20.15 Uhr
  • Mittwoch, 16. Januar, 22.30 Uhr

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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