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Angezählt

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim SC Freiburg

Stimmt jetzt eine härtere Gangart an, sitzt aber selber nicht mehr fest im Sattel: 96-Chefcoach André Breitenreiter

Hannover 96 hat letzte Woche gegen den FC Bayern München mit 0:4 verloren. Passiert, abhaken, weitermachen. Und da wir in dieser Kolumne ja die Dinge realistisch betrachten, war vorher schon klar, dass es wieder einmal keinen Sonderpunkt zu holen gab. Den hat die Mannschaft von André Breitenreiter zuletzt am 2. Spieltag im Heimspiel gegen Borussia Dortmund geholt – zu lang scheint es her.

Zoff im Training

Am Sonntag nach der Niederlage gegen den Branchenprimus aus München gab es Straftraining. Sprints und solche Geschichten, auf die Fußballer normalerweise im Training gern verzichten würden. Nach einem misslungenen Zuspiel im Trainingsbetrieb erhob Stürmer Niklas Füllkrug seine Stimme, wurde von Breitenreiter aber direkt in die Schranken verwiesen. Den genauen Wortlaut gebe ich jetzt nicht wieder, aber den Trainer wurmte scheinbar die fehlende Zweikampfhärte gegen die Bayern. Einem Füllkrug, der fürs Bällehalten und seinen körperlichen Einsatz eigentlich bekannt ist, gelang gegen den FC Bayern nichts – nur ein Viertel seiner Zweikämpfe gewann er. Trotz der lehrermäßigen Ansage gäbe es aber keine zwischenmenschlichen Probleme, sagte Breitenreiter. Es wurde einfach nur die Gangart verschärft, denn durch die jüngste Siege von Fortuna Düsseldorf und dem VFB Stuttgart geraten die Roten nun erst richtig unter Druck.

Unter Druck

Unsere Abseits-Kolumne ist aber ja dafür da, zwischen die Zeilen zu schauen. Und da war mächtig Unruhe drin dieser Tage. Breitenreiter zählte seine Spieler an und drohte gar, die freien Weihnachtstage zu streichen, wenn nicht aus den nächsten beiden Spielen mindestens vier Punkte geholt würden. Unklar bleibt aber, wie angezählt Breitenreiter selbst ist und wie er die Weihnachtsfeiertage verbringen wird: als 96-Trainer oder nicht mehr als 96-Trainer. Kaum vorstellbar, dass er noch mit Hannover 96 in die Rückrunde gehen dürfte, wenn gegen die unmittelbaren Konkurrenten aus Freiburg und Düsseldorf keine Zähler geholt werden.

Unberechenbare Freiburger

Doch konzentrieren wir uns lieber auf den nächsten Gegner, den SC Freiburg. Die Breisgauer sind unter Trainer Christian Streich vor einer Partie kaum einzuschätzen, das ist nahezu unmöglich. Der Sportclub gehört zu den wenigen Mannschaften, auf die ich niemals einen Wettschein abgeben würde – obwohl ich nicht wette. Egal, vielmehr will ich damit sagen, dass es der SC Freiburg Jahr fürs Jahr aufs Neue vollbringt, eine bundesligataugliche Mannschaft auf den Rasen zu stellen. So tauglich, dass sie in München ein 1:1-Remis erkämpft und die Rangnick-Truppe aus Leipzig mit 3:0 aus dem Schwarzwald kickt – gegen Fortuna Düsseldorf jedoch mit 0:2 unterliegt.

Bitte noch nicht aufgeben!

Die Mannschaft von Christian Streich kann teilweise über sich hinauswachsen, doch die Truppe unterliegt eben auch Formschwankungen. Daher fällt ein Tipp gegen die Breisgauer auch extrem schwierig aus. Da ich die Roten noch nicht aufgegeben habe, tippe ich auf einen 1:0-Auswärtssieg von 96. Und dann kann es nach dem letzten Heimspiel gegen Düsseldorf doch noch etwas werden mit einem besinnlichen Weihnachten für Hannover 96.

Mittwoch, 19. Dezember 2018, 20.30 Uhr:
SC Freiburg – Hannover 96

(Foto: Thomas Rodenbücher/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 2.0 [1])

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