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Von Schraubstöcken und Zeitgenossen

Noch bis Ende der Woche zeigt das Sprengel Museum das Werk der feministischen österreichischen Künstlerin Florentina Pakosta

Florentina Pakosta: "Zeitgenossen"

Florentina Pakosta: „Zeitgenossen“, 1982, Kreide, Aquarell gespritzt

Die 85-jährige Österreicherin Florentina Pakosta ist eine der wichtigsten Vertreterinnen feministisch engagierter Kunst in ihrem Lande. Sie studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien und absolvierte Studienaufenthalte in Paris, Prag und Amsterdam. Neben der Bildenden Kunst ist sie auch als Schriftstellerin mit Kurzgeschichten und bissig-humorvollen Texten tätig. Nun widmet ihr das Sprengel Museum in Kooperation mit dem Wiener Kunstmuseum Albertina eine umfangreiche Retrospektive, die die erste Einzelausstellung der Künstlerin auf deutschem Boden überhaupt ist.

Pakosta, die sich seit Beginn ihres Studiums politisch und gesellschaftlich engagiert hat, befasst sich in ihren Werken unter anderem mit der Diskriminierung von Frauen in der Kunstszene. Sie fertigte Milieustudien und widmete sich den menschlichen Gesichtszügen und der Körpersprache als Ausdruck von geschlechterspezifischem Machtverhalten. Dabei geht ihre Kunst auch schon eimal ins Surrealistische, wenn sie Menschenkörper mit Sägen, Messern, Klobrillen oder Schraubstöcken paart und ihren Gestalten Fäuste aus der Nase wachsen lässt. In den späten 80er-Jahren thematisierte sie dann das Verschwinden des Subjekts in Bildern und zeigte Menschenmassen, die Assoziationen an die Konzentrationslager des Nationalsozialismus wecken. Ohne Frage ist Florentina Pakosta eine der wichtigsten österreichischen Künstlerinnen der Gegenwart. Ihre Ausstellung ist noch bis kommenden Sonntag in Hannover zu sehen.

Sonntag, 6. Januar 2019:
Florentina Pakosta, Ausstellung, Sprengel Museum, Kurt-Schwitters-Platz, 30169 Hannover, geöffnet: 10-18 Uhr, Eintritt: 7 Euro, ermäßigt: 4 Euro

(Foto: Pressefoto/Sprengel Museum/Albertina Wien/© Bildrecht, Wien, 2018)

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