Sebastian Albrecht
10. Februar 2019

Life On Earth?

Extraterrestrisch: Im Lodderbast wird heute der Science-Fiction-Klassiker „Der Mann, der vom Himmel fiel“ mit David Bowie gezeigt

Der Mann, der vom Himmel fiel

Die Menschheit bekommt jedes noch so hochentwickelte Wesen klein: „Der Mann, der vom Himmel fiel“, Filmplakat

Klar, Pop-Musik und Liebe, das ist offensichtlich eine erfolgreiche Symbiose, die unzählige Meisterwerke hervorgebracht hat: Schmetterlinge im Bauch, unerwiderte Liebe, gebrochene Herzen – all das bietet hohes Identifikationspotenzial, denn Liebe ist schließlich universell. Eine Thematik, die hingegen immer noch eher ein Schattendasein fristet, ist außerirdisches Leben beziehungsweise der Weltraum. Völlig zu Unrecht. So machte sich der Arzt Farin Urlaub mit seinen Kollegen bereits in den Achtzigern als „Der lustige Astronaut“ auf, das Leben fernab der Erde zu erkunden. Wenige Jahre später verarbeitete Urlaub dann ein traumatisches Erlebnis: „Außerirdische“ handelte von der Entführung seiner damaligen Freundin durch kleine grüne, böse aussehende Männchen. Auch die Pop-Punker von blink-182 wussten: „Aliens Exist“. Inzwischen hat der ehemalige Sänger und Gitarrist der Band, Tom DeLonge, die „To the Stars Academy of Arts and Sciences“ gegründet, eine, nun ja, Akademie zur Erforschung von extraterrestrischem Leben. Und im Song „Subterranean Homesick Alien“ der Band Radiohead wünscht sich das lyrische Ich, von Außerirdischen auf ihr Raumschiff geholt zu werden.

Geht es um die Aliens in der Pop-Musik, darf aber natürlich David Bowie nicht fehlen. Bereits 1969 machte sich die Figur des Major Tom, hier noch als Mensch, in „Space Oddity“ ins Weltall auf, schwebte fernab der Erde allein durch die Weiten und schaute melancholisch auf den blauen, traurigen Planeten, wohl wissend, nicht mehr zu ihm zurückzukehren. Drei Jahre später erschien mit „The Rise and Fall of Ziggy Stardust and the Spiders from Mars“ ein Konzept-Album David Bowies, das sich der Figur des Ziggy Stardust widmet. Ob Ziggy nun „nur“ ein Rockstar ist, der an seinem ausschweifenden Lebensstil zerbricht, oder doch auch ein Außerirdischer, der auf die Erde gekommen ist, darüber wurde ausführlich diskutiert. Bereits der Opener „Five Years“ lässt diese Interpretation zu, wenn Ziggy, im Angesicht des drohenden Weltuntergangs, die Menschen beobachtet und singt: „Your face, your race/The way that you talk/I kiss you, you’re beautiful/I want you to walk“. „Starman“ hingegen gibt Hoffnung, so verkündet es Ziggy im Radio, denn draußen warte der Starman, ein Außerirdischer, der die Erde vor ihrem Schicksal bewahren könne.

Doch auch danach ließ Bowie die Thematik nicht los: Die erste größere Rolle, die er auf der Leinwand übernahm, war die eines Außerirdischen in dem Film „Der Mann, der vom Himmel fiel“ (1976), gedreht von Nicolas Roeg. Aufgrund von Wasserknappheit auf seinem Heimatplaneten kommt der Außerirdische zur Erde, verliebt sich in die Erdenbewohnerin Mary-Lou (Candy Clark) und gründet mit seiner außergewöhnlichen Intelligenz als „Thomas Jerome Newton“ ein milliardenschweres Unternehmen, das ihm eine erfolgreiche Rückreise ermöglichen soll. Doch seine Überlegenheit nützt ihn am Ende nichts, denn unausweichlichen brechen ihn Neid, Rücksichtslosigkeit und Zynismus der menschlichen Rasse und lassen ihn zu einem der ihren werden. Im Lodderbast, das den Februar ganz ins Zeichen der Musik gestellt hat, ist der lohnenswerte Science-Fiction-Klassiker heute Abend im Original mit Untertitel zu sehen. Denn nicht nur Musik und Außerirdische, sondern auch Außerirdische und Film passen ausgezeichnet zusammen.

Sonntag, 10. Februar 2019:
„Der Mann, der vom Himmel fiel“, Spielfilm von Nicolas Roeg, GB 1976, 138 min., OmU, Lodderbast, Berliner Allee 56, 30175 Hannover, Beginn: 19 Uhr, Eintritt: 10 Euro, ermäßigt: 8 Euro

(Foto: Pressefoto/Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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