Susanne Viktoria Haupt
11. März 2019

Das etwas andere Stadt-Portrait

Wenn der Sommer vorbei ist: Das Kino im Künstlerhaus zeigt heute Walter Größbauers neuen Dokumentarfilm „Winter in Havanna“

Zeigt ein Havanna, das nicht viel mit Reise-Prospekten gemein hat, aber dadurch keineswegs minder spannend ist: „Winter in Havanna“

Bestimmte Reiseziele scheinen immer nur dem Sommer vorbehalten zu sein. Niemand macht beispielsweise Strandurlaub im Winter an der Nordsee. Mich persönlich reizen einige Reiseziele abseits der Hauptreisezeit dann aber doch. Vergangenes Jahr bin ich im Herbst an die Côte d’Azur gefahren und ja, wir hatten zwei Tage wirklich starken Regen. Und ja, es wurde auch abends extrem früh dunkel und es fehlte diese vom Sommer so gewohnte aufgeheizte Luft, die zig Blumen mit sich trägt. Außerdem haben wirklich viele Geschäfte ab Ende September schon geschlossen und gerade an den Strand-Promenaden wirkte dann alles ein bisschen wie eine Geisterstadt. Aber es hat ebenso seinen Charme, wenn man eine Gegend abseits der üblichen Zeiten besucht und irgendwie mehr von ihrem wahren Charakter zu greifen bekommt. Zudem hatten wir dennoch einige wirklich warme Tage, die man sogar planschend im Meer verbringen konnte.

Dokuemntarfilmer Walter Größbauer hatte ähnliches im Sinn, als er für seine zweite Städte-Dokumentation nach Havanna reiste. Der erste Teil der Reihe beschäftigte sich mit Wien im Sommer, der zweite heißt „Winter in Havanna“ und zeigt eine Stadt, in der es eben nicht immer glühend heiß ist. Eine Stadt, in der es auch Zeiten gibt, in der die Wäsche länger zum Trocknen braucht. Es geht dem Filmemacher in seiner Doku aber nicht nur um die Stadt an sich, auch wenn diese alleine schon genügend Geschichten auf Lager hätte, sondern vor allem um ausgewählte Personen, denen sich Größbauer widmet. Und so begegnen wir beispielsweise dem Maler Maisel, der davon träumt, seine Kunst eines Tages in Kuba in einem Museum sehen zu können, oder auch Frank, der einst mal Schiffsmaler war, nun aber einen leicht maroden Blumenladen besitzt. Insgesamt macht uns Größbauer mit vier Menschen bekannt und zeigt uns ein Havanna im Winter, das wenig mit der Werbung von Reisebüros zu tun hat. Das muss aber dadurch nicht unbedingt ein weniger charmantes Bild der kubanischen Hauptstadt ergeben. Zu sehen ist „Winter in Havanna“ heute im Kino im Künstlerhaus.

Montag, 11. März 2019:
„Winter in Havanna“, Dokumentarfilm von Walter Größbauer, Kuba/Österreich 2019, 90 min., OmU, Kino im Künstlerhaus, Kommunales Kino, Sophienstraße 2, 30159 Hannover, Beginn: 18 Uhr, Eintritt: 6,50 Euro, ermäßigt: 4,50 Euro

  • weitere Aufführungstermine:
  • Dienstag, 12. März, 18 Uhr
  • Freitag, 15. März, 16 Uhr
  • Samstag, 16. März, 15.30 Uhr

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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