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Ein Loblied auf menschliche Begegnungen

Michael Krüger liest im Literaturhaus Hannover aus seinem neuen Roman „Vorübergehende“

Michael Krüger

Ein Leben für die Literatur: Michael Krüger

„Hinter Göttingen muss ich eingeschlafen sein“, berichtet der namenlose Ich-Erzähler, zwar noch viel unterwegs, aber eigentlich bereits im Renten-Alter, und erzählt dann von seiner neuen Bekanntschaft Jara, einer „eigentümlichen Mischung aus Kobold und Fee, von großer Ruhe und zappeliger Flatterigkeit“. Einem Mädchen unbekannter Herkunft, ohne Geld und ohne Papiere, die etwa 13 oder 14 Jahre alt ist und an seiner Schulter lehnt, als er wieder aufgewacht ist.

Der Mann, der von Beruf Motivationscoach war, hat mit seinem Leben innerlich schon abgeschlossen. Er hat „mit salbungsvoller Miene über werteorientierten Führungsstil und Freude an der Arbeit“ gesprochen und mit „solchem Unsinn“ Erfolg gehabt. Doch nun könnte das junge Mädchen ihn retten, seinem Dasein einen Sinn geben. Er nimmt sie mit in seine unbezahlbare Münchener Altbau-Wohnung in bester Lage, wo Jara plötzlich zu leben beginnt, sich mit einem Nachbarsjungen anfreundet und schließlich die Kunst für sich entdeckt…

Was der Autor, Lyriker, Übersetzer und ehemalige Hanser-Verleger Michael Krüger, der rund 50 Veröffentlichungen sein eigen nennen darf, in seinem neuesten Roman „Vorübergehende“ erzählt, ist mitnichten eine „Alter Mann trifft junge Frau“-Geschichte oder eine neue „Lolita“-Version, sondern ein Loblied auf menschliche Begegnungen, auf Vergänglichkeit und Vorübergehendes. Und nebenbei hat Krüger auch noch jede Menge kluge und nachdenkliche Beobachtungen zur gegenwärtigen Gesellschaft zu bieten. Das alles ist sehr lesenswert und obendrein heute im Literaturhaus Hannover vom Autor selbst zu hören.

Mittwoch, 6. März 2019:
Michael Krüger: „Vorübergehende“, Lesung, Literaturhaus Hannover, Sophienstraße 2, 30159 Hannover, Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 12 Euro, ermäßigt: 6 Euro

(Foto: Pressefoto/Literaturhaus Hannover/Peter Hassiepen)

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