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Das stolze Brüllen des Löwen

Klingen wie aus einem Guss und lassen sich trotzdem nicht auf ein Genre beschränken: Rome im Kulturzentrum Faust

Zieht viel Kreativität aus musikalischen Differenzen: Rome-Mastermind Jérôme Reuter

Dass die Neofolk-Szene ihre Probleme mit rechten Hanswürsten hat, ist leider nichts Neues. Da kommt szeneinterner antifaschistischer Widerstand genau richtig. Das dachte sich wohl auch der Luxemburger Musiker Jérôme Reuter, der seine gesellschaftliche Verantwortung ernstnimmt und seine Band Rome entsprechend ausgerichtet hat. Rome bestechen durch ein großes musikalisches Spektrum, das sich im Laufe der Bandgeschichte in immer neue Nischen ausbreitet. Dominierten auf den ersten Alben noch dunkle Post Industrial-Einflüsse, wurden in den späteren Phasen auf den französischen Chanson und den amerikanischen Folk Noir zurückgegriffen. Rome selbst bezeichnen ihr Genre als Chanson Noir. Hier und da lassen sich sogar Einflüsse großer Musiker wie Leonard Cohen, Nick Cave oder Johnny Cash ausmachen.

Thematisch beschäftigt sich die Band auffällig häufig mit Größen der Geistesgeschichte. Einige ihrer Alben sind als Konzept-Alben ausgelegt. So zum Beispiel die 2011 erschienene CD-Box „Die Aesthetik der Herrschaftsfreiheit“, die von Peter Weiss‘ antifaschistischer Roman-Trilogie „Die Ästhetik des Widerstands“ beeinflusst ist und ihr ein musikalisches Denkmal setzt. Oder auch die Songtexte von „Rebellen, Verbannten und Gejagten des 20. Jahrhunderts“, die stark von den Werken Albert Camus‘, dem französischen Philosophen des Existenzialismus, inspiriert ist.

Jérôme Reuter ist Kopf der Band und mit Gesang und Gitarre betraut, dazu gesellen sich noch Tom Luciani am Keyboard, Patrick Kleinbauer am Bass und Laurent Fuchs an den Drums.
Der Löwe, der als Schutzpatron der Band fungiert, symbolisierte schon im alten Rom die Sonne selbst: der stolze Löwe als der König der Tiere und die mystische Sonne als Voraussetzung des Lebens auf der Erde. Romes musikalische Ästhetik ist unentwegt von literarischen, poetischen, philosophischen und mystischen Verweisen durchzogen und bietet wenig Stoff für die „Hände-klatsch-Fraktion“. Wer sich aber auf eine etwas spezielle musikalische Erfahrung einlassen kann, wird mit einem Konzert belohnt, das fernab der Alltäglichkeit liegt. Heute Abend sind Rome im Mephisto im Kulturzentrum Faust zu Gast.

Donnerstag, 14. März 2019:
Rome, Kulturzentrum Faust, Mephisto, Zur Bettfedernfabrik 3, 30451 Hannover, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 25 Euro

(Foto: Pressefoto/ Kulturzentrum Faust)

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