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Initialzündung in Augsburg?

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel beim FC Augsburg

Immerhin hat Hannover 96 wieder einen treffsicheren Stürmer: Kann Jonathas noch entscheidend helfen?

Ach, was war das schön am vergangenen Sonntag. Für fast eine ganze zweite Halbzeit lang war Hannover 96 mal wieder mit einem Team aus dem oberen Tabellendrittel auf Augenhöhe. Pessimisten werden diese Tatsache dem nur schwer zu bespielenden, mit Schnee überzogenen Platz zuschreiben, Optimisten ebenfalls. Doch es gibt auch noch Träumer unter uns, wie 96-Legende und Edel-Fan Dieter Schatzschneider. „Schatto“ hat in der zweiten Halbzeit nämlich eine Mannschaft gesehen, der er noch den Sprung auf den Relegationsplatz zutraut. Und ja, in der zweiten Halbzeit, auch dank der Einwechslung von Hendrik Weydandt, hat 96 den nötigen Biss gehabt. Doch bei aller Liebe: Auf einem vernünftig bespielbaren Geläuf hätte Genki Haraguchi zwar schon in der ersten Hälfte für den Anschluss gesorgt – seinem Schuss ging aufgrund des Schnees im Strafraum kurz vor der Torlinie der Saft aus -, doch kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Hannover 96 bei normaler Witterung überhaupt in die Situation gekommen wäre, bis kurz vor dem Ende der Partie von einem Punkterfolg gegen Bayer Leverkusen zu träumen.

Mit Marvin Bakalorz kämpferisch ein Schritt nach vorn

Doch wer will es Schatzschneider verübeln? Er liebt seinen Verein und solange rechnerisch noch alles möglich ist, sollte man auch noch an den Klassenerhalt glauben. Spielerisch hat 96 keinen Schritt nach vorne gemacht, weshalb das Schnee-Chaos den Roten entgegenkam, kämpferisch hingegen schon. Neu-Kapitän Marvin Bakalorz, die personifizierte Grätsche, schmiss sich gegen Leverkusen gefühlt in alles rein, was nach gut zehn Minuten klein, rund und rot-orange auf dem Schnee glänzte. Leider missglückte sein Tackling vor dem 2:3. Doch mit der Einstellung aus dem Leverkusen-Spiel kann man zumindest davon sprechen, den Klassenkampf anzunehmen. Ob dieser dann auch gelingt, hängt wohl schon vorentscheidend von den nächsten beiden Spieltagen ab.

Vorentscheidende Wochen bei Hannover 96

Sollte Hannover 96 gegen Bayer Leverkusen wirklich die Initialzündung gelungen sein und sollte 96-Trainer Thomas Doll nun endlich seine elf Kämpfer mit Herz gefunden haben, dann könnte es dazu kaum einen besseren – wenn auch späten – Zeitpunkt geben. Am morgigen Samstag trifft die Doll-Elf nun auf den FC Augsburg, der mit acht Punkten Vorsprung auf 96 auf dem 15. Platz der Bundesliga-Tabelle steht. Nach der Länderspielpause folgt dann der FC Schalke 04, der derzeit auf Platz 14 mit aktuell neun Punkten Vorsprung auf die Roten gelistet ist. Es stehen also vorentscheidende Wochen für die Zukunft von Hannover 96 auf dem Programm, denn inmitten dieser Partien steht dann auch noch die Mitgliederversammlung am 23. März an, bei welcher sich der Vorstand neu aufstellt.

Kommt der FC Augsburg jetzt genau richtig?

Bevor wir den Blick aber zu weit in die Zukunft richten, werfen wir lieber einen ganz weiten zurück. Die Älteren unter uns werden sich noch daran erinnern können, wie Hannover 96 ein Auswärtsspiel gewann. Wir schreiben das Jahr 2017, genauer den 21. Oktober. Hannover 96 ist zu Gast in der WWK Arena des FC Augsburg und gerät in der 33. Minute durch Michael Gregoritsch in Rückstand. In der zweiten Hälfte ist es dann Niclas Füllkrug, der mit einem Doppelpack (76./ 89.) den Auswärtssieg eintütet. Es sollte der bis dato letzte Dreier von Hannover 96 auf des Gegners Platz werden. Doch nun schneit ja wieder ein wenig Hoffnung bei den Roten hinein und möglicherweise kommt die Auswärtsfahrt in die Fuggerstadt ja genau zum richtigen Zeitpunkt.

Vielleicht ist Dieter Schatzschneider gar kein Träumer

So ganz traue ich der kämpferisch anspruchsvollen Leistung der 96er von vergangener Woche aber noch nicht über den Weg. Die Witterungsumstände, die bei der knappen Niederlage eine nicht zu unterschätzende Rolle einnahmen, werden in Augsburg wahrscheinlich nicht wiederkehren. So wird am Samstag also wieder Fußball und kein Schneeball gespielt. Das Kuriose: Durch die Rückkehr von Youngster Linton Maina könnte genau das für Hannover sogar von Vorteil sein, bekommt man so doch wieder ein ganz neues Tempo über die Außenbahnen ins Spiel. Zudem hat Rückkehrer Jonathas in den letzten beiden Spielen jeweils nach Vorlage von Genki Haraguchi getroffen und würde zusammen mit Weydandt, der den zweiten Treffer gegen Bayer 04 mit einem Kopfball zum Eigentor durch Mitchell Weiser erzwang, eine ziemlich bullige erste Startreihe bilden. Vielleicht ist Dieter Schatzschneider ja gar kein Träumer. Vielleicht wird Hannover 96 auch in der kommenden Saison erstklassig sein. Und ganz vielleicht holt Hannover 96 ja mal wieder durch ein 2:1 beim FC Augsburg drei Punkte aus der Fremde.

Samstag, 16. März 2019, 15.30 Uhr:
FC Augsburg – Hannover 96

(Foto: Кирилл Венедиктов/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0 [1])

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