Milena Wurmstädt
26. März 2019

Aus Sand gebaut

Irina Titova präsentiert heute Abend im Pavillon Kunstwerke, die so flüchtig wie vergänglich sind

Kunst aus Sand: eine Szene aus Irina Titovas „In 80 Bildern um die Welt“

Es gibt da ja dieses Sprichwort, nach dem Dinge „auf Sand gebaut“ sein können. Doch nicht nur diese Redensart verdeutlicht, wie unstetig Sand als Baumaterial ist, sondern auch Irina Titova mit ihrer Kunst aus eben jenem bröseligen und körnigem Material. So kreiert sie während der Show live aus immer dem gleichen Material Bilder, die die Zuschauenden einmal um die Welt führen. Als Unterlage für ihre flüchtigen Kunstwerke benutzt sie eine beleuchtete Glasplatte, die während der Show dem Publikum groß auf einer Leinwand gezeigt wird. Sichtbar sind also nicht nur die fertigen Kunstwerke, sondern auch der gesamte Schaffensprozess. So wirken sowohl die Werke selbst, als auch die Geschichten, die sie transportieren sehr lebendig.

Den sandigen Bildern von Irina Titova haften weder die affektierten Gesten von Kunst an, die sich selbst in der E-Kultur verankert sieht, noch die abgegriffene Aura von kommerziellen Massen-Events. Im Gegenteil: Titovas Werke könnten viel mehr den Rahmen bieten, sich in die guten alten Sandkasten-Zeiten oder den letzten Strandurlaub zu versetzen, Abstand von Alltäglichkeiten zu gewinnen und die Sinne auf etwas Schönes zu richten.

Dienstag, 26. März 2019:
Irina Titova: „Queen of Sand – In 80 Bildern um die Welt“, Kulturzentrum Pavillon, Lister Meile 4, 30161 Hannover, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 19,90 Euro bis 39,90 Euro

(Foto: Pressefoto/Kulturzentrum Pavillon)

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Kategorien: Kunst, Tagestipps

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