Jörg Smotlacha & Henning Chadde
11. Februar 2010

Nummer zehn lebt

Frühlingsbeginn! Wir feiern bis die Leine bebt! Am 19. März startet der Kulturkiosk in die Saison 2010

Yippie – der Kulturkiosk wird zehn und feiert seine Jubiläumsausgabe! Ein kulturelles Großereignis, das von Fort Laramie bis Linden seinesgleichen sucht, denn hier duellieren sich Live-Musik, Slam Poetry und Storytelling wort- und rhythmusreich mit ausdrucksstarker Fotografie und einer gehörigen Schippe Party. Und das mit einer wie immer illustren Gästeschar.

Der Automat - Der Kulturkiosk, 19.03.10

Sorgt für rhythmische Alleinunterhaltung: Der Automat

Auf der Bühne der Warenannahme und am Bunte-Tüten-Stand begrüßen die Moderatoren Henning Chadde und Jörg Smotlacha den Berliner Ausnahme-Liedermacher und Familiendia-Alleinunterhalter Der Automat sowie die hannoverschen Swing- und Bartender-Crooner Bartel & Biging. Den literarischen Teil des Abends gestaltet der amtierende Meister des Fährmannsfest-Poetry Slams 2009, Dominik Bartels, wortreich gefolgt von der langjährigen OraL-Mitstreiterin Cannelle und tiefgründigem Storytelling mit doppeltem Boden.

Atelier ohne Titel und Canelle - Der Kulturkiosk, 19.03.10

Überraschen mit außergewöhnlichen Bildwelten und bilderreichen Kurzgeschichten: Elizabeth Cardozo, Bendine Hentschel und Sandra Maria Gast vom Atelier ohne Titel und Cannelle aka Claudia Pahl

Für die künstlerische Umrahmung des Abends ist die frisch gegründete hannoversche Ateliergemeinschaft Atelier ohne Titel verantwortlich. In einer kleinen Werkschau geben die Fotografinnen und Künstlerinnen Sandra Marianne Gast, Elizabeth Cardozo und Bendine Hentschel einen umfassenden Einblick in ihr Schaffen. Ihre beeindruckende Ausstellung wird bis zum zweiten Mai im Café Siesta zu sehen sein.

Dominik Bartels und Bartel & Biging - Der Kulturkiosk, 19.03.10

Slammin‘ Poetry und Swingin‘ Coolness: Dominik Bartels und Bartel & Biging

Kioskgäste:

Der Automat:
Rhythmische Familiendia-Show mit schwungvollem Pop-Appeal

Seit 2001 ist Der Automat aka Hanno von Daniels unermüdlich mit Gitarre, Rhythmusgerät und Diaprojektor unterwegs, zeigt lässig alte Urlaubs- und Familienbilder, erzählt wahnwitzige Geschichten und singt noch wahnwitzigere Songs. Zum Beispiel über heilpädagogisches Reiten. Oder über den 24 Stunden-Hamster. Oder gar die unausweichlichen Probleme, die entstehen, wenn man mit Sommerreifen zur alpinen Winterszeit unterwegs ist. Als Frau versteht sich, denn Frauen gehören zu den Lieblingsthemen des Automaten. Aber auch Autos und Tiermedizin bringen das prosaische Herz des gebürtigen Hannoveraners zum Schwingen. Und Singen. Das passiert quasi ganz automatisch. Und dermaßen hintergründig und verschmitzt überzeugend, dass Der Automat bereits für Jan Josef Liefers und Boppin’ B songtextete, mit der Band Ostkreuz den Rock am Ring beglückte und vor so illustren Persönlichkeiten wie Joschka Fischer und Fury in the Slaughterhouse den Support gab. Obendrein ist Hanno der einzige Gitarrist der Welt, der mit einem Cappuccino-Quirl Gitarre spielt. Aber das ist eine andere Geschichte und passiert eben einfach so. Ganz automatisch…

weiterlesen:
“Die Deutschen sind vollendete Sortierer, Listenmacher und Mixtape-Produzenten”
Ein Interview mit Der Automat

Der Automat im Netz:
www.myspace.com/derautomat

Bartel & Biging:
Croonender Bartender-Swing-Blues

Wer? Bartel & Biging? Kennt man die? Vielleicht. Den Herrn Bartel mag der eine oder andere, der sich noch – oder schon? – an die Neunzigerjahre erinnern kann, mit dem romantischen Duo Super Italia oder dem Bad-Taste-Verein Roy Brenningmeiers Hit-Transporter in Verbindung bringen können. Biging hingegen verbrachte diese Zeit bei Weather or.. Käng mit progressivem Art-Rock. Zur Jahrtausendwende trafen sich dann beide beim neunköpfigen Swing-Rock-Orchester Antipasti 2000, mit dem sie äußerst erfolgreich Lindener Bühnen bespielten. Inzwischen interpretieren Bartel & Biging in entspannter Grundhaltung mit Gesang und Piano Evergreens aus Swing, Blues und Pop. Von Tom Waits, Sinatra, Cole Porter, Ray Charles und wie sie alle heißen. Und wieder zurück. Und wer Stephan Bartel schon mal live erlebt hat, weiß, dass der Entertainment-Faktor bei ihm äußerst selten zu kurz kommt. Eigentlich sogar gar nicht. Ziemlich coole Angelegenheit. Das mal so am Rande.

weiterlesen:
“Songs müssen sehr, sehr lang und sehr, sehr einfach sein”
Sieben Fragen an Herrn Bartel

Cannelle:
Tiefgründig bezauberndes Storytelling mit doppeltem Boden

Cannelle, bürgerlich Claudia Pahl, wollte vor 16 Jahren, dem Ruhrpott entflohen, nur mal schnell in Hannover fertig studieren, auf dem Weg nach Hamburg oder so. Und dann hat es sie irgendwie hier gehalten. Wegen vieler toller Menschen und Projekte. Angefangen hat es mit dem Kabarett Störfall, elf Jahre eine lange Liebe mit vielfachen Spielarten. Es folgte eine Zeit des Single-Lesens mit Kurzprosa, Lyrik und Performances. Dann trat OraL – die Organisation für angewandte Literatur – in ihr Leben und sie ein Mal im Monat mit sechs weiteren Dichtern beinahe fünf Jahre lang gemeinsam auf die Bühne. Dabei bestimmten oft schrecklich “unlustige” Texte und Kurzgeschichten ihre Beiträge, denn ihr liegt halt bis zum heutigen Tag eine tiefgründige Ernsthaftigkeit im Blut. Das Leben ist halt kein Klappentext. Und das ist gut so. Veröffentlichungen gibt es nur wenige, denn das Live-Lesen interessiert Canelle einfach mehr als das Liegen zwischen Buchdeckeln. Zumal sie äußerst vielbeschäftigt ist, unter anderem für das Schauspiel Hannover und als RaumKlangPflegerin bei Feinkost Lampe in Linden Mitte. In ferner Zukunft würde sie gerne ihre Texte selbst vertonen. Mit dem Cello, das sie seit ein paar Jahren versucht, spielen zu lernen. Aber damit lässt sie sich besser noch etwas Zeit.

weiterlesen:
„Das Schreiben und ich pflegen eine sehr offene Beziehung“
Ein Interview mit Cannelle

Dominik Bartels:
Slammin’ Poetry und Geschichten über die Absurditäten des Alltags

Dominik Bartels ist ein Phänomen, denn bei ihm passt der Ausdruck “aus dem Hinterhalt ins Herz der Dinge” wie die berühmte Faust aufs Auge. Keine zwei Jahre ist es her, dass er zum ersten Mal auf einem Poetry Slam gelesen hat – und schon gehört er zu den erfolgreichsten Slammern und Geschichtenerzählern der Republik. Kein Wunder, denn die subtilen Storys des amtierenden Fährmannsfest-Poetry-Slam-Siegers wandeln gekonnt auf einem messerscharfen Grad von Tragik, Komik und der ehrlichen, doppelsinnigen Verwunderung über die Absurditäten der Welt im Allgemeinen und den alltäglichen Wahnwitz im Speziellen. Dabei schöpft Bartels stets aus dem Vollen, denn er lebt als Autor, Verleger und Veranstalter tatsächlich freiwillig in Helmstedt und schickt sich an, der niedersächsischen Flächenprovinz eine literarische Stimme zu verleihen. Und was für eine!

weiterlesen:
„Ganz ehrlich: Ich liebe das Hannoveraner Publikum“
Dominik Bartels im Interview

Dominik Bartels im Netz:
www.dominik-bartels.com

Atelier ohne Titel:
Fotoausstellung von Elizabeth Cardozo, Sandra Marianne Gast und Bendine Hentschel

Analog statt digital. Selber machen und aktiv werden statt abwarten und machen lassen. Innovative Ideen haben statt kreativen Stillstand pflegen. Sich zusammenschließen, Kunstbanden bilden. Das haben die Fotokünstlerinnen Elisabeth Cardozo, Sandra Marianne Gast und Bendine Hentschel getan und eröffneten mitten im Herzen der List im Dezember des letzten Jahres das Atelier ohne Titel. Ein Kunstraum, der sich selbstbewusst nicht nur als Ausstellungsfläche versteht, sondern gleichsam als kultureller Begegnungs- und Veranstaltungsraum, als Netzwerkplattform und kreative Arbeitsstätte. Das Besondere: Neben der Digitalfotografie und einem professionell eingerichteten Studio setzen die Künstlerinnen ganz bewusst auch auf analoge Fotografie, betreiben ein Schwarz/Weiß-Labor und geben Fotografie- und Entwicklungskurse. Statt beliebig reproduzierbarer Bilder steht hier klar die Qualität und Einzigartigkeit der Fotos im Vordergrund. In einer großen Foto-Ausstellung und Werkschau präsentieren Cardozo, Gast und Hentschel nun im Café Siesta eine repräsentative Auswahl ihrer besten Arbeiten. Und eines ist gewiss: Hat dieses Atelier auch keinen Titel, so hat es bestimmt bald einen Namen. Einen großen.

weiterlesen:
„Künstlerischer Weckruf der eigenen Art“
Portrait von Susanne Haupt 3/2010
“Die Nische für Fotokünstler in Hannover ist sehr klein”
Portrait von Raoul Festante 12/2009

Atelier ohne Titel im Netz:
www.atelier-ohne-titel.de

    Feiern bis die Leine bebt!

  • langeleine.de präsentiert
    DER KULTURKIOSK
  • Freitag, 19. März 2010
  • Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr
  • Faust-Warenannahme
  • Zur Bettfedernfabrik 3
  • 30451 Hannover
  • Eintritt: 8 Euro, VVK: 6 Euro

Download:


Kulturkiosk, 19. März 2010, Flyer
(pdf, 544 kb)

(Fotos: Pressefotos)

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Kategorien: Kunst, Literatur, Lokalitäten, Musik

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