Mit der Faust…
von Henning Chadde Mittwoch, 17. Februar 2010…und niemals ohne: Das Kulturzentrum Faust eröffnet heute im Café Siesta eine fotografische Rückschau auf seine bewegten Anfangstage vor 19 Jahren

1991 noch Wunsch, heute Gewissheit: Das Kulturzentum Faust ist geblieben
1989 meldete die alteingesessene Lindener Bettfedernfabrik Werner & Ehlers Konkurs an. Wenn man so will, kann man dieses Ereignis als Geburtsstunde des späteren Kulturzentrums Faust bezeichnen. Denn bereits im Herbst desselben Jahres formierte sich aus verschiedenen soziokulturellen Stadtteilgruppen, Vereinen, Einzelpersonen und Kleinbetrieben ein erster kreativer Zusammenschluss zur alternativen Um- und Weiternutzung des historischen Fabrikgeländes in Linden-Nord, die Interessengemeinschaft Werner & Ehlers. Es folgte 1991 die Gründung des gemeinnützigen Trägervereins Fabrikumnutzung und Stadtteilkultur, kurz FAUST e.V., vier weitere Jahre später konnte nach langen und zähen Verhandlungen und Auseinandersetzungen mit den Besitzern und der Stadt der östliche Teil des ehemaligen Fabrikgeländes gekauft werden - Faust nahm seinen Lauf. Und das war - bis zum heutigen Tage - ein engagierter, immer aber auch von Höhen und Tiefen begleiteter Lauf. Ein Lauf, den die Verantwortlichen und Kreativen sicher nicht bis zum heutigen Tage hätten durchhalten können, wenn sie nicht entschieden an eine gemeinsame Vision geglaubt hätten, eine Vision von nachhaltiger, sozialverantwortlicher und soziokultureller Stadtteilarbeit und lebbarer, solidarischer Gegenöffentlichkeit. Die Vision eines vielseitigen, alternativen Stadtteilkulturzentrums mitten im Herzen Hannovers.
Back to the roots!
Heute ist das Kulturzentrum Faust aus der politischen und kulturellen Landschaft der Landeshauptstadt nicht mehr wegzudenken, im Gegenteil: Gemäß des alten Guerilla-Kampfspruches “Totgesagte leben länger”, gehört Faust zu einer der ersten Adressen in Sachen engagierter Kultur-, Vereins- und Stadtteilarbeit - mit einer Strahlkraft weit über die Grenzen Lindens und Hannovers hinaus. Und das nunmehr bereits seit 19 Jahren. “Das ist jetzt schon ein Grund zum Feiern”, mögen sich die Faust-Verantwortlichen gedacht haben und eröffnen heute im Veranstaltungscafé Siesta um 18 Uhr mit einem kleinen Umtrunk feierlich eine fotografische Rückschau auf die bewegten und durchaus auch bewegenden Anfangsjahre des gemeinsamen Schaffens. Recht haben sie, warum nicht im neunzehnetzen Jahr? Denn antizyklisch passt ja im Zusammenhang mit diesem Kulturzentrum durchaus wie die berühmte Faust aufs Auge. 20 Jahre feiern kann schließlich jeder. Auch Faust. Im nächsten Jahr dann. Wetten?
Mittwoch, 17. Februar 2010:
“Von der Bettfedernfabrik zum Kulturzentrum. Fotos zu den Anfängen von Faust”, Kulturzentrum Faust, Café Siesta, Zur Bettfedernfabrik 3, 30451 Hannover, Beginn: 18 Uhr, Eintritt frei
- Die Ausstellung läuft noch bis zum Mittwoch, 17. März
(Foto: Archiv Kulturzentrum Faust)
Rubrik: Tagestipps, Politik, Lokalitäten
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