Susanne Viktoria Haupt
19. April 2019

Eine Heldin auch im wahren Leben

Das Lindener Apollo-Kino wirft heute einen Blick auf das Schriftstellerinnen-Leben von Astrid Lindgren

Konnte die Presse mit ihrer Darstellung voll und ganz überzeugen: Alba August als Astrid Lindgren in „Astrid“, Filmplakat

Astrid Lindgren gehört zu den erfolgreichsten und bekanntesten Kinderbuch-Autorinnen der Welt. Pippi Langstrumpf und Bullerbü sind uns ganz selbstverständlich bekannt und gerade mit Pippi Langstrumpf, dem rothaarigen Wirbelwind, hat uns Lindgren eine Heldin geschenkt, die sich nichts sagen lässt und das Rollen-Klischee von Mädchen gehörig auf den Kopf gestellt hat. Über die Autorin Astrid Lindgren selbst informiert man sich dann aber doch recht selten. Das liegt wohl vor allem daran, dass man ihr durch ihre Geschichten bereits so nahe zu kommen kommt und selbst so sehr in ihnen aufgeht, dass man kaum an etwas anderes denken kann als an ihre Figuren. Eine gute Autorin schreibt schließlich nicht, damit man sie als Mensch in den Mittelpunkt stellt, sondern um mit den eigenen Geschichten Menschen zu verzaubern.

Einen Blick auf das Leben der 2002 verstorbenen Schwedin lohnt dennoch. Das Bipic „Astrid“ von der dänischen Regisseurin Pernille Fischer Christensen zeigt, dass Lindgren zwar unzählige Heldinnen und Helden fürs Kinderzimmer erschaffen hat, im wahren Leben aber ebenso eine Heldin für Erwachsene war. Im Zentrum steht dabei Lindgrens Zeit als Volontärin bei einer Ortszeitung. Die junge 18-jährige Astrid (gespielt von Alba August) besticht bereits durch ihren wachen Geist und ihre Stärke. So sehr, dass ihr auch der Chef Reinhold Blomberg (Henrik Rafaelsen) vollständig verfällt und trotz Ehefrau eine Affäre mit Astrid eingeht. Als Astrid von ihm schwanger wird, steht sie vor einer schwierigen Entscheidung. Soll sie nun Blomberg, der sich nach langem Hin und Her von seiner Frau hat scheiden lassen, ihrerseits heiraten?

Astrid Lindgren geht im Film ihren eigenen Weg, so wie sie es auch im echten Leben tat. Dabei glänzt die spätere Schriftstellerin vor allem durch ihren Eigensinn, ihre Stärke und Unabhängigkeit. Eben eine echte Heldin auch im wahren Leben. „Astrid“ ist heute im Apollo-Kino in Linden zu sehen.

Freitag, 19. April 2019:
„Astrid“, Biopic von Pernille Fischer Christensen, S/DK/D 2018, 123 min., Apollo-Kino, Limmerstraße 50, 30451 Hannover, Beginn: 17.45 Uhr, Eintritt: 7,50 Euro, ermäßigt: 6,50 Euro

  • weitere Aufführungen:
  • Samstag, 20. April, 17.45 Uhr
  • Samstag, 11. Mai, 17.45 Uhr
  • Samstag, 29. Juni, 17.45 Uhr
  • Mittwoch, 3. Juli, 17.45 Uhr

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

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