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Das Duell der Serien-Verlierer

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Auswärtsspiel bei Hertha BSC Berlin

Pál Dárdai

Sitzt für Hertha BSC Berlin ein letztes Mal gegen Hannover 96 auf der Bank: Für Pál Dárdai ist nach der Saison Schluss

Mies, mieser, Hertha gegen Hannover. Klingt fies, ist angesichts der aktuellen Serien beider Vereine aber durchaus angebracht. Denn wenn Hannover 96 am Sonntag bei Hertha BSC Berlin gastiert, treffen miese fünf Niederlagen in Folge auf noch miesere acht in Serie. Fußballerische Feinkost verspricht diese Partie jedenfalls nicht wirklich. Aber es ist ja Ostern – vielleicht geschieht ja ein Wunder und Thomas Dolls Mannschaft stößt endlich diesen verdammten Bock um, über die der 96-Trainer wöchentlich auf jeder Pressekonferenz sinniert…

Hannover 96 bezahlt in der nächsten Spielzeit mehrere Trainer

Für Berlins Coach Pál Dárdai hatte die anhaltende Negativserie bereits Konsequenzen: Ab der kommenden Saison wird das Hertha-Urgestein nicht mehr auf der Bank der Berliner Bundesliga-Mannschaft sitzen. Sein 96-Pendant ahnt indes, das die Uhr nach der Saison auch für ihn geschlagen haben wird: Doll selbst sagt, dass er nicht gerade die besten Argumente abliefert, um beim Neuaufbau der Mannschaft im kommenden Sommer noch als Trainer zu fungieren. Da der 96-Coach aber einen Zwei-Jahres-Vertrag unterzeichnet hat, wird er ebenso wie Kollege André Breitenreiter weiterhin auf der Gehaltsliste geführt, Ex-Manager Horst Heldt kommt noch oben drauf. Da sollte man sich vielleicht mal überlegen, ob man nicht André Breitenreiter wiedereinsetzt und ihm den Wiederaufbau und Aufstieg anvertraut. Das wäre kostengünstig, doch ob sich Breitenreiter dazu breitschlagen lässt? Fraglich.

Kann Jan Schlaudraff helfen?

Doch das große Problem, vor dem Hannover 96 steht, ist nicht die ungewisse Zukunft des Trainers, es ist die ungewisse Zukunft des gesamten Vereins. Martin Kind möchte eine neue 96-Philosophie, doch dazu benötigt es zunächst einmal vernünftiger Strukturen. Mit Jan Schlaudraff hat nun ein alter Bekannter aus den guten alten Tagen seinen Weg ins Klub-Management geschafft. Es ist ein richtiger Ansatz, Leute mit Background ins rote Fußball-Boot zu holen. Da bekäme eine Rückhol-Aktion Breitenreiters doch gleich noch mehr Charme.

Ein Riesenumbruch steht bevor

Doch wie genau die neue Philosophie aussehen soll, auf diese Antwort müssen wir uns noch ein wenig warten, schließlich sagte Kind letztens seinen Auftritt beim ZDF-Sportstudio ab. Er, der es gewohnt ist, den Club alleine zu führen, wollte scheinbar keine Fragen zur neuen Führung des e.V. beantworten. Der Philosoph sucht wohl noch nach Antworten. Fakt ist, dass 96 im Sommer ein Umbruch bevorsteht. Diverse Spieler werden gehen müssen, da sie schlicht nicht haltbar sind und nötige Millionen für den Neuaufbau einbringen. Ob die nötihgen Neuzugänge dann aber auch einschlagen, steht leider auf einem anderen Blatt. Selbst Kind weicht inzwischen von seiner Formulierung vom alternativlosen direkten Wiederaufstieg ab, die er nach dem letzten Abstieg ausgab.

96 ist zu schwach

Sei es drum, die Zukunft ist mit wahnsinnig vielen Fragezeichen versehen. Die morgige Zukunft aber heißt Hertha BSC Berlin, und wenn die Roten überhaupt noch einmal in dieser Saison siegen wollen, gibt es hierfür aktuell eigentlich keinen geeigneteren Gegner. Doch am Ende des Tages wird es vermutlich die Hertha sein, die aus dem Negativstrudel auferstehen wird. Dabei wäre bei einem Auswärtssieg rein rechnerisch für 96 sogar immer noch der Klassenerhalt über die Relegation möglich. Aber machen wir es kurz: Auch für diesen schwächelnden Kontrahenten wird Hannover 96 wieder als Aufbauhelfer agieren und mit 1:3 unterliegen. Die Messe ist gelesen.

Sonntag, 21. April 2019, 18 Uhr:
Hertha BSC Berlin – Hannover 96

(Foto: БОГДАН ЗАЯЦ/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0 [1])

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