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Europa hat die Wahl

Vor der Europa-Wahl diskutiert der Literarische Salon die Chancen von Sammlungsbewegungen wie „Aufstehen“

Bernd Stegemann

„Vordenker“ von „Aufstehen“ und vielleicht ein Apologet eines besseren Europas: Bernd Stegemann

Wenn man über Europa redet, muss man verschiedene Ansichten in Betracht ziehen und auch aushalten können. Da sind die großen Europa-Befürworter aus Wirtschaft und Industrie, die ihre offenen Grenzen für den Waren-Transfer unbedingt brauchen, dieselben aber für Menschen natürlich ausschließen. Und da sind die Europa-Gegner aus benachteiligten Ländern und Regionen, die einfach bisher nichts vom großen Kuchen abbekommen haben, von den großen Mächten, allen voran von Deutschland, nur abgestraft wurden und wenig bis gar nichts dafür können, dass sie von der Hoffnung „Europa“ bisher eher enttäucht wurden.

Da ist aber auch eine ältere Generation, die noch weiß, wie sich ein Krieg anfühlt und ein Europa, in dem man verfolgt wird und in ein Nachbarland flüchten muss. Und es gibt auch eine jüngere Generation, die es zu schätzen weiß, dass man in Berlin studieren kann, in Paris verliebt sein kann und in Warschau wohnen darf. Unvorstellbar, wenn es Reisefreiheit nicht mehr gibt. Dramatisch in einer Welt, in der diese aber ohnehin nicht mehr für alle gilt, sondern nur für Menschen mit Pass, aber nicht mehr für Geflüchtete in Not. Denn während die einen – wenn sie wollen – täglich von München nach Malibu jetten dürfen, ist den anderen der Weg von Marrakesh nach Malaga so strikt verboten, dass ihre Boote auf dem Meer eher zum Kentern gezwungen werden, als das sie über der Wasseroberfläche bleiben dürfen.

Europa? Da ist viel Wut, viel Ärger über „das Establishment“. Und werben tun damit vor allem rechte Parteien, die gegen „die in Brüssel“ Stimmung machen und sich gerne auch als „nicht dazugehörig“ etikettieren. Dass es auch anders geht, zeigen Bewegungen wie die spanische „Podemos“ oder die deutsche „Aufstehen“. Leider nicht immer von Erfolg gekrönt. Doch das könnte ganz anders sein. Findet sicher auch der Dramaturg und Autor Bernd Stegemann, der als „Aufstehen“-Mitbegründer als „Vordenker“ gilt (FAZ) und heute im Literarischen Salon der Universität Hannover Moderator Jens Meyer-Kovac Rede und Antwort steht.

Montag, 6. Mai 2019:
„Aufstehen. Europa hat die Wahl, viele Parteien und sogar linke Sammlungsbewegungen“, Literarischer Salon, Leibniz Universität Hannover, Conti-Hochhaus, 14. Etage, Königsworther Platz 1, 30167 Hannover, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 8 Euro, ermäßigt: 5 Euro

(Foto: Pressefoto/Literarischer Salon/Kathrin Ribbe)

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