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Hannover träumt von Liverpool

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den SC Freiburg

Jürgen Klopp

Kann Hannover 96 leider morgen nicht helfen: Jürgen Klopp, Fachmann für Fußball-Wunder

Was waren das nur für wahnsinnige Aufholjagden, die uns Fußballfans in dieser Woche in den beiden Halbfinal-Rückspielen der Champions League geboten wurden? Jürgen Klopp und sein FC Liverpool schossen den FC Barcelona nach einer 0:3-Klatsche im Hinspiel mit 4:0 von der Anfield Road, und von dem Spiel zwischen Ajax Amsterdam und den Tottenham Hotspurs einen Tag später ist mir immer noch ganz schwindelig. Gefühlt jeder Angriff endete mit einem Torabschluss. Man konnte fast denken, man würde ein Basketballspiel anschauen, so schnell ging es zwischen beiden Teams hin und her auf dem Grün.

Linton Maina hofft auf ein Wunder

Nun ist man bei Hannover 96 aktuell zwar Lichtjahre von einem Champions League-Halbfinale entfernt, doch trotzdem wurde am Mittwochmorgen von der inspirierenden Aufholjagd der Reds beim Training der Roten gesprochen, das verriet 96-Youngster Linton Maina gegenüber der HAZ. Alles sei möglich, und solche Bilder wie am Dienstagabend nach dem Schlusspfiff zu sehen, motiviere noch einmal mehr. Zudem spiele Hannover ja auch in Rot, weshalb der Flügelflitzer anfügte: „Warum sollte es uns nicht gelingen?“

Eine Frage der Klasse

Die Worte Mainas zeugen von jugendlicher Leichtigkeit, und solange es noch geht, sollte man den Glauben an den Klassenerhalt auch nicht aufgeben. Doch bei aller Liebe: Liverpools Superstar Mohamed Salah hat einen Marktwert von 150 Millionen Euro und ist somit alleine schon 37 Millionen Euro mehr wert als der gesamte 96-Kader. Mit einem solchen Spielermaterial ist es zwar immer noch nicht unbedingt einfach, ein Fußball-Wunder wie am Dienstag zu schaffen, aufgrund der individuellen Klasse der einzelnen Akteure aber zumindest schon einmal wahrscheinlicher.

Kommt noch der ganz große Showdown?

Auch wenn sich Hannover 96 zuletzt verbessert präsentierte und gegen den FC Bayern beim 1:3 nicht unterging, so hat sich in Sachen Chancen-Erarbeitung und Verwertung immer noch nicht wirklich viel getan bei den Roten. Und der Vergleich mit den Reds hinkt auch aus einem anderen Grund: Im Gegensatz zum FC Liverpool hat es Hannover 96 nicht selbst in der Hand, sich aus dem Schlamassel zu befreien, in dem das Team steckt. Ohne Wolfsburger Schützenhilfe beim VfB Stuttgart kann das Kapitel Klassenerhalt endgültig geschlossen werden. Und es ist auch so nahezu unfassbar, dass 96 vor dem 33. Spieltag mit 18 Pünktchen noch nicht als direkter Absteiger feststeht. Daher heißt es Daumendrücken für den VfL Wolfsburg, der nach zwei Jahren Relegation nun selber ins internationale Geschäft will. Die Wölfe könnten im Falle eines 96-Sieges also für den ganz großen Showdown am letzten Spieltag sorgen.

Gute Bilanz gegen Freiburg

Für diesen Showdown muss das Team von Trainer Thomas Doll jedoch zunächst die eigenen Hausaufgaben machen. Mit dem SC Freiburg kommt am Samstag ein gerngesehener Gast in die HDI-Arena. Die letzten drei Heimspiele gegen den SC Freiburg konnte 96 für sich entscheiden und gegen keinen anderen Verein sieht die Bilanz so gut aus wie gegen Freiburg: 19 Bundesligaspiele, acht Siege, sieben Remis, vier Niederlagen. Zudem haben die Breisgauer in diesem Jahr noch kein Auswärtsspiel für sich entscheiden können und warten bereits seit sieben Spielen auf einen Sieg in der Liga. Das könnte Doll und seinem Team in die Karten spielen, es könnte aber auch wieder zu einem Grottenkick wie in Berlin kommen, wo die Roten beim 0:0 zwei Punkte gegen eine schwache Hertha haben liegenlassen, die auf den letzten Metern der Saison so wichtig hätten werden können. Letzte Hoffnung oder Todesstoß? Ich glaube, dass Hannover 96 sich am Samstag um circa 17.20 Uhr von der großen Bühne Bundesliga verabschieden wird. Wolfsburg wird zwar Schützenhilfe leisten, doch Hannover kommt nicht über ein 1:1 gegen Freiburg hinaus.

Samstag, 11. Mai 2019, 15.30 Uhr:
Hannover 96 – SC Freiburg

(Foto: Дмитрий Голубович/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0 [1])

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