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Bis wohin ist es ein Leben?

Das biographische Drama „Das Meer in mir“ wirft zahlreiche wichtige und ethisch kritische Fragen auf. Zu sehen ist der Film heute Abend im Original im Kino am Raschplatz

Berührend und aufwühlend: „Das Meer in mir – Mar Adentro“ von Alejandro Amenábar, Filmplakat

Eine zeitgenössische Frage, auf die wirklich sehr viele Menschen scheinbar eine Antwort haben, ist die Frage danach, wo ein Leben beginnt und wo es aufhört. Wann darf man es Leben nennen und wann ist ein Leben nicht mehr lebenswert? Hinsichtlich neuer Gesetze für Schwangerschaftsabbrüche ist das Thema nicht nur in einigen Staaten von Amerika wieder in aller Munde. Im Falle des Films „Das Meer in mir“ geht es jedoch nicht um Schwangerschaftsabbrüche, sondern um das Ende des Lebens, um Sterbehilfe. Sterbehilfe ist in Deutschland gesetzlich verboten. In einigen Ländern, wie in der Schweiz, ist der assistierte Suizid hingegen erlaubt und wird von bestimmten Organsationen durchgeführt. Die Pro- und Contra-Listen zu diesem Thema werden ähnlich leidenschaftlich geführt wie die beim Thema Schwangerschaftsabbruch. Ganz oben auf den Listen stehen religiöse Motive (contra) und der Wunsch nach Selbstbestimmung (pro).

In Spanien ist aktive Sterbehilfe und assistierter Suizid ebenfalls verboten, rückte aber vor allem in den 1990er Jahren ins Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit. Grund dafür war der Spanier Ramón Sampedro, der 1968 nach einem Sprung ins Meer vom Hals an abwärts gelähmt war. Nach über 20 Jahren in diesem Zustand versuchte Sampedro vor Gericht die Legalisierung für Sterbehilfe zu erwirken, allerdings ohne Erfolg. 1998 lies er daher seinen Freitod illegal durch eine Freundin herbeiführen. Seinen Tod nahm er dabei mit einer Videokamera auf. Bereits 1996 hatte er einen eigenst verfassten Gedichtband veröffentlicht, den er größtenteils mit dem Mund niedergeschrieben hatte. 2005 gewann Regisseur Alejandro Amenábar mit seiner Verfilmung des Lebens von Sampedro einen Oscar für den besten nicht englischsprachigen Film. Heute kehrt das sensible Drama zurück auf die Leinwand. Das Kino am Raschplatz zeigt „Das Meer in mir – Mar Adentro“ im spanischen Original mit deutschen Untertiteln.

Montag, 3. Juli 2019:
„Das Meer in mir – Mar Adentro“, Drama von Alejandro Amenábar, E 2005, 122 min., OmU, Kino am Raschplatz, Raschplatz 5, 30161 Hannover, Beginn: 20.30 Uhr, Eintritt: 9 Euro, ermäßigt: 8,50 Euro

(Foto: Filmplakat)

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