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Reise in die Vergangenheit

Einmal quer durch die Geschichte Mitteleuropas: Jaroslav Rudiš‘ „Winterbergs letzte Reise“

Jaroslav Rudis: "Winterbergs letzte Reise", Buchcover

Heute Abend im Literarischen Salon: Jaroslav Rudiš liest aus seinem aktuellen Roman „Winterbergs letzte Reise“, Buchcover

Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich Jaroslav Rudiš‘ bemerkenswerte Graphic Novel „Alois Nebel“ gelesen habe – eine Trilogie, die sich in wunderbarer Art und Weise mit der europäischen Geschichte befasst hatte. In ihr ging es um den Fahrdienstleiter Alois Nebel, der an einem kleinen Bahnhof in Bílý Potok, einem abgelegenen Ort an der tschechoslowakisch-polnischen Grenze, Tag ein, Tag aus seinen Job verrichtet und Fahrpläne sammelt, denn das ist sein Hobby. Dabei setzt er sich mit den Geistern und Schatten aus seiner Vergangenheit auseinander, die schließlich die dunklen Schatten der Vergangenheit Mitteleuropas sind: Zweiter Weltkrieg, die Vertreibung der Deutschen, die sowjetische Besatzung und so weiter. Selten habe ich eine – natürlich vor allem auch durch die Zeichnungen von Jaromír Švejdík – so beeindruckende und hochaktuelle Graphic Novel gelesen.

Jaroslav Rudiš hat aber auch einige Theaterstücke verfasst und Romane geschrieben, die ins Deutsche, Französische, Englische, Niederländische, Spanische, Polnische und Finnische übersetzt worden sind, unter anderem den vielleicht bekanntesten „Die Stille in Prag“ von 2012, der vom Ende der „großen Party“ handelt, die nach dem Ende des Ostblocks auch in der tschechischen Hauptstadt ausgebrochen war.

Und nun ist Rudiš‘ neuester Roman „Winterbergs letzte Reise“ erschienen, der von dem Berliner Altenpfleger Jan Kraus handelt, der einen ungewöhnlichen Patienten hat: den schwerkranken Wenzel Winterberg, der 1918 in Liberec geboren wurde und als Sudetendeutscher nach dem Krieg aus der Tschechoslowakei vertrieben wurde. Als Kraus ihn kennenlernt, liegt Winterberg gelähmt und abwesend im Bett. Doch dann kommt Kraus und erzählt, erzählt und erzählt, erzählt aus der alten Heimat, und dann wacht Winterberg auf, und Kraus möchte mit ihm eine letzte Reise antreten, auf der Suche nach seiner verlorenen Liebe – eine Reise, die die beiden durch die Geschichte Mitteleuropas führt und die Geheimnisse der beiden Protagonisten allmählich aufdeckt.

Mittwoch, 5. Juni 2019:
„Winterbergs letzte Reise, Auf dem Weg durch die Geschichte Europas“, Literarischer Salon, Leibniz Universität Hannover, Conti-Hochhaus, 14. Etage, Königsworther Platz 1, 30167 Hannover, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 8 Euro, ermäßigt: 5 Euro

(Foto: Buchcover)

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