Susanne Viktoria Haupt
7. Juli 2019

Auf den Spuren europäischer Gartenkunst

Die Ausstellung „Herrenhausen und Europa. Ein Gartennetzwerk“ in Herrenhausen schlüsselt die Inspirationsgeschichte des Großen Gartens auf

Mit der Ausstellung „Herrenhausen und Europa“ zeigt das Museum Schloss Herrenhausen erstmals seit 1966 eine beeindruckende Sammlung von Druckgrafiken zur Gartenkunst

Schon Marcus Tullius Cicero hat einst gesagt: „Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen.“ Ein kluger Mann, denn wenn es um materielle Dinge und Lebensräume als Eigentum geht, dann bin ich voll und ganz seiner Meinung. Gärten liegen ohnehin hoch im Trend. Mittlerweile scheinen immer mehr Menschen zu begreifen, dass ein Rückzug in die Natur eine gute Wahl ist. Wir brauchen die Natur. Auch das Waldbaden liegt hoch im Kurs. Wer in Hannover keine eigene grüne Oase hat, hat zwar nach Cicero nicht alles, ist aber zum Glück auch nicht völlig aufgeschmissen. Neben den grünen Streifen an den Flüssen gibt es nun mal auch den wunderschönen Berggarten und den Großen Garten. Gärten sind aber nicht nur erholsam. Manch ein Garten ist echte Gartenkunst und lebt von Inspiration. Der Große Garten beispielsweise ist auch nicht einfach so entstanden, sondern wurde circa 1710 liebevoll von damaligen Landschaftsarchitekten vollendet.

Aber woher nahmen die Architekten ihre Inspiration? Welche Vorbilder gab es für den großen Garten? Diesen Fragen geht die Ausstellung „Herrenhausen und Europa. Ein Gartennetzwerk“ auf den Grund. Grundlage dafür ist die beeindruckende Sammlung an Druckgrafiken zur Gartenkunst des deutschen Architekten und Bauforschers Karl Albrecht Haupt (1852-1932), die erstmals seit 1966 wieder gezeigt wird. Wie viel Versaille steckt im Großen Garten? Und wie sieht es mit dem Boboli-Garten in Florenz aus, der bereits im 16. Jahrhundert angelegt wurde? Abwegig sind diese Gedanken ganz und gar nicht, denn die Kurfürstin Sophie von Hannover war nicht nur ein großer Garten-Fan, sondern auch viel in Europa unterwegs, und sie hat zahlreiche prachtvolle Gartenanlagen besucht. Das Schöne an einem sommerlichen Besuch dieser Ausstellung ist, dass man im Anschluss direkt durch den Großen Garten flanieren und sich von den Spuren des europäischen Gartennetzwerkes auch noch live und in Farbe überzeugen kann. Auf diesem Wege gehen Information und Erholung ganz einfach Hand in Hand.

Sonntag, 7. Juli 2019:
„Herrenhausen und Europa. Ein Gartennetzwerk“, Ausstellung, Museum Schloss Herrenhausen, Herrenhäuser Straße 5, 30419 Hannover, Öffnungszeiten: 11 bis 18 Uhr, Eintritt: 8 Euro (inklusive Großer Garten und Berggarten)

  • Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Oktober 2019 täglich von 11 bis 18 Uhr zu sehen
  • Vom 1. November 2019 bis zum 12. Januar 2020 ist die Ausstellung dann noch donnerstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr zu sehen

(Foto: Pressefoto/VolkswagenStiftung)

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Kategorien: Lokalitäten, Tagestipps

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