Susanne Viktoria Haupt
10. Juli 2019

Kontrastprogramm

Im Kulturpalast stehen mit Brian Palisander & The Motherfuckers und dem Elektro-Duo Wezn zwei ganz unterschiedliche Musikstile auf der Bühne

In einer von Hochglanz geprägten Welt sind die bodenständigen Brian Palisander & The Motherfuckers eine echte Wohltat

In der Regel wird für eine Band ein Support gesucht, der auf irgendeine Weise mit dem Sound des Hauptacts verlinkt ist. Wer auf ein Death Metal-Konzert gehen möchte, so wie gestern Abend im Lux, möchte sicherlich keinen Support im Stil von Taylor Swift hören. Ab und an ist es aber auch nett, wenn die bekannten Muster aufgebrochen werden und man sich frei für neue Eindrücke macht. Der Kulturpalast hat heute Abend zwei Bands geladen, deren Sound man durchaus als sehr verschieden bezeichnen kann.

Da hätten wir zu Beispiel als Aftakt und Support das Bremer Duo Wezn. Paul und Maischa singen, spielen Schlagzeug und haben einen Synthesizer. Zu hören ist effektreicher Elektro, der von Björk und James Blake beeinflusst wurde und die Zuhörerinnen und Zuhörer in weit entfernte Sphären trägt. Genauso hören sich Wezn nämlich an, als seien sie nicht von dieser Welt. Allerdings auf eine gute Art und Weise.

Ebenfalls gut und so gar nicht von dieser Welt sind Brian Palisander & The Motherfuckers. Mit dem Elektro ihrer Auftrittskollegen hat die schräge Combo allerdings so gar nichts zu tun, aber dafür bedient sie sich bei waschechtem Fusion-Jazz. In Zeiten von Amateur-Videos, die wie Hochglanz-Produktionen daherkommen und gebügelten Instagram-Accounts, ist es eine Wohltat, wenn sich jemand noch so betont schrullig und in bester DIY-Manier präsentiert. Genauso machen es Brian Palisander & The Motherfuckers. Ihre Videos sind herrlich skurril und ihr Sound klingt nach jener Musik, die Lewis Carroll vielleicht in seinem Fahrstuhl hinab ins Wunderland spielen würde.

Man darf allerdings nicht glauben, dass die Band dadurch weniger Wert auf ihre musikalische Qualität legen würde. Da sind sie Profis und geben lässig einfach alles. Wer also mal auf der Suche nach einem gelungenen Kontrastprogramm ist, welches sich zumindest in ihren außerweltlichen Klangräumen ähnelt, der ist heute Abend im Kulturpalast an der richtigen Adresse.

Mittwoch, 10. Juli 2019:
Brian Palisander & The Motherfuckers + Wezn, Kulturpalast Linden, Deisterstraße 24, 30449 Hannover, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 7 Euro

(Foto: Pressefoto/Kulturpalast Linden)

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Kategorien: Musik, Tagestipps

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