Jörg Smotlacha & Henning Chadde
18. März 2010

„Die Deutschen sind vollendete Sortierer, Listenmacher und Mixtape-Produzenten“

Morgen Abend ist Der Automat live und in Farbe Gast am Kulturkiosk von langeleine.de. Heute hat er sich unseren brennenden Fragen gestellt

Der Automat ist Kult. Und das kommt nicht automatisch von selbst, sondern durch den Umstand, dass Hanno von Daniels sich seit vielen, vielen Jahren mit Leib und Seele der Musik verschrieben hat. Seit 2001 ist Der Automat unermüdlich in Sachen musikalischer Unterhaltung auf den kleinen, großen und ganz großen Bühnen dieser Republik unterwegs und spannt dabei anspruchsvoll-sympathisch den Bogen vom Singer/Songwriter mit lässigen Popsongs mit durchschlagendem Text- und Erzählcharakter bis hin zur astreinen Rocknummer mit großer Geste im Elektro-Bandprojekt Ostkreutz. Mit letzterem stand der Automat sogar auf der Bühne vom Rock am Ring. Ganz groß. Sagten wir ja schon. Automatisch? Nö. Aber das Ergebnis harter und engagierter Arbeit. Und das mit Spaß. Zeit für Fragen, Zeit für Antworten.

Der Automat

Immer unterwegs: Der Automat aka Hanno van Daniels

langeleine.de: Hallo Hanno, was machst Du eigentlich, wenn Du nicht Der Automat bist und mit Rhythmusgerät und Dia-Projektor auf der Bühne stehst?

Der Automat: Dann programmiere ich mein Rhythmusgerät, sortiere Dias, fahre zum nächsten Auftritt oder gehe mit meinem Mädchen in der Abendsonne an der Spree spazieren – mit einer Flasche Bier in der Hand.
 


ll: Wie bist Du dazu gekommen, Musik zu machen?

Der Automat: Meine Eltern haben mich gezwungen: Ich hatte Musikunterricht bei zwei Lehrerinnen mit Doppelnamen, und mit 15 verkaufte ich meine Briefmarkensammlung, um mir ein Schlagzeug zu kaufen. Danach ging es hauptsächlich um Geld und Mädchen.


ll: 
Deine Einflüsse reichen laut Website von Grauzone, Peter Hain und Bernd Begemann bis zu Willy Brandt, Dostojewski und George Clooney… Was denn nun: Country oder Western? Analog oder digital?

Der Automat: Die Deutschen sind vollendete Sortierer, Listenmacher und Mixtape-Produzenten. Ich habe eine ostpreußische Mutter und kann daher die Frage nicht beantworten. Lieber koche ich Hefeklösse, Königsberger Klopse und Steckrübensuppe.

Der Automat

Liebt Hannover nicht nur wegen seiner Scilla-Blüten: Der Automat

ll: 
Du lebst seit einigen Jahren in Berlin, hast aber den Großteil Deines Lebens in Hannover verbracht und warst irgendwie auch nie wirklich ganz weg. Was bedeutet Hannover für Dich?

Der Automat: Hannover ist meine Heimat, die meisten meiner Freunde Leben hier, ich liebe den Geruch der Calenberger Erde, ich trinke Herrenhäuser, verabrede mich unterm Schwanz, sitze wie meine Großmutter in der holländischen Kakaostube, mache Geschäfte in der Markthalle, esse Mittag in der Schlachterei Grotefend und bade am liebsten an der Limmer Schleuse – wie heißen eigentlich die blauen Blumen auf dem Friedhof auf dem Lindener Berg?
 


ll: Scilla, die heißen Scilla. Während Deiner an unglaublichen Anekdoten reichhaltigen Musikerkarriere standest Du neben gestandenen Rockgrößen wie Fury In The Slaughterhouse, den Schröders und Joschka Fischer auf der Bühne – was war für Dich bisher das beeindruckendste Live-Erlebnis?

Der Automat: Beeindruckend war der Soundcheck zu einem Konzert im „Béi Chéz Heinz“, da haben alle für einen kurzen Moment vergessen, warum sie eigentlich da waren…

Der Automat

Hanno von Daniels ist Autor großartiger deutschsprachiger Hits wie „24 Stunden Hamster“ und „Ich sage nie wieder: Es waren goldenen Zeiten! – aber es waren Goldene Zeiten!“

ll: Du bist ja bekanntermaßen weltweit der einzige Gitarrist der Welt, der seine Gitarre mit einem Cappuccino-Quirl spielt. Um das beim Kulturkiosk zu toppen, haben wir auf jeden Fall schon mal unsere 560 PS Espresso-Maschine angeschlossen. Was darf unser Publikum von Dir am Freitag außerdem erwarten?

Der Automat: Möglicherweise singe ich „Blau, blau, blau blüht der Enzian“ und widme das Lied der Frau unseres Verteidigungsministers.

Nicht verpassen:

Garantiert mit Rhythmusgerät und Dia-Projektor zu sehen ist Der Automat an Freitag, dem 19. März, beim Kulturkiosk von langeleine.de, wo er lässige Lieder und wahnwitzige Geschichten vortragen wird.

(Foto: Pressefoto)

Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Menschen, Musik

Kommentiere diesen Artikel