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Hamburger Idyll

Heute widmet sich die Sommerakademie Herrenhausen im Museum Wilhelm Busch dem Thema „Planten un Blomen – Gartendenkmal, Touristenattraktion und Stadtpark“

Japanisches Teehaus im Hamburger Planten un Blomen

Was macht der Hamburger Fernsehturm in Japan? Eva Henzes heutiger Vortrag über Planten un Blomen gibt Antwort

Wer vom Großstadtdschungel spricht, meint damit in der Regel die Betriebsamkeit, Hektik und komplexe Größe, die es schwer bis nahezu unmöglich machen, sich in ihm zurechtzufinden, zu orientieren und ihn zu durchqueren, ohne sich dabei hoffnungslos zu verirren. Lauert im Dschungel womöglich eine gefährliche Raubkatze hinter dem nächsten Baum, die Muskeln bereits angespannt zum Sprung, sind es in der Großstadt andere Gefahren wie der aggressive Straßenverkehr, Langfinger oder Touristenfallen, die auf unbedarfte Abenteurer warten: Wer nicht aufpasst, gerät unter die Räder oder steht ohne Brieftasche da. Doch während im Dschungel meist Grüntöne dominieren, wird so manche Stadt von gräulicher Tristesse erdrückt: Asphalt, Gehwege und matte Fassaden wohin das Auge blickt. Verirrte sich doch bloß ein wenig echter Urwald in den Großstadtdschungel.

Ein Problem, das in Hamburg weniger ins Gewicht fällt, denn laut der Studie eines Online-Reiseportals ist Hamburg die grünste Großstadt Deutschlands und belegt weltweit immerhin einen Platz in den Top Ten. Allerdings wurden hierfür „nur“ fünfzig internationale Städte mit Metropolencharakter miteinander verglichen. Doch nicht jede Großstadt hat auch das Zeug zur Metropole. Aber auch im deutschlandweiten Vergleich der Berliner Morgenpost schneidet Hamburg immer noch sehr gut ab: Zwar gibt es unter allen Großstädten (Städte ab 100.000 EinwohnerInnen) noch grünere Städte – die ersten drei Plätze werden von Siegen, Göttingen und Bergisch Gladbach belegt, während Hamburg im soliden Mittelfeld landet –, bei den Städten, die in der mindestens eine halbe Million Menschen leben, liegt Hamburg aber auch weiterhin vorn. Erkenntnisse, die für Hamburgerinnen und Hamburger wenig überraschend sein dürften.

Neben den zahlreichen – mal mehr, mal weniger – Geheimtipps, die manchmal sogar anderen Stadtteilen verborgen bleiben, gibt es noch die Hamburger Trinität bestehend aus dem Volkspark in Bahrenfeld, dem Stadtpark in Winterhude und dem Park Planten un Blomen, der direkt im Hamburger Zentrum liegt. Sie alle drei sind auch über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Obgleich von den drei Parks flächenmäßig der kleinste, ist Planten un Blomen nicht nur durch seine Lage für Touristinnen und Touristen sicherlich der interessanteste. Von den Einheimischen auch als Laufstrecke, zum gemütlichen Beisammensitzen, als Ersatzgarten oder mitunter für die Kommunikation mit den Insassen der benachbarten Untersuchungshaftanstalt geschätzt, bietet Planten un Blomen ungleich mehr. Da wären natürlich die namensgebenden Pflanzen und Blumen: Ob nun der Rosengarten, der alte Botanische Garten mit seinen Mittelmeerterrassen, von denen man auf den Wallgraben blickt – in dem sich im Sommer Enten und Schildkröten sonnen –, das Tropenhaus, der Japanische Garten oder die zahlreichen Blumenbeete, die es überall im Park zu bewundern gibt – wer sich auch nur ein bisschen für Flora zu begeistern vermag, kann hier einen ganzen Hamburg-Urlaub verbringen.

Doch auch abseits davon gibt es in Planten un Blomen einiges zu entdecken: Live-Musik, Theater und die sommerlichen Wasserlichtkonzerte, ein japanisches Teehaus, eine Rollschuh- bzw. Kunsteisbahn oder die vielen Kunstwerke, die in der Parkanlage verteilt sind, um nur einige zu nennen. Für die meisten Attraktionen braucht es überdies keinen Griff zum Geldbeutel. Planten un Blomen ist Gartendenkmal, Touristenattraktion und Stadtpark zugleich – Grund genug, dem Park im Rahmen der Sommerakademie Herrenhausen im Museum Wilhelm Busch heute einen Vortrag zu widmen. Halten wird ihn Eva Henze, die sowohl als Journalistin und Autorin als auch als Gutachterin in der Gartendenkmalpflege nicht nur Expertise vorweist, sondern auch beide Städte gut kennt: In Hamburg studierte sie Geographie, Botanik und Bodenkunde, in Hannover Landschaftsarchitektur. Nicht nur für Exil-Hamburger und Sympathisanten der Hansestadt lohnenswert.

Donnerstag, 15. August 2019:
„Planten un Blomen – Gartendenkmal, Touristenattraktion und Stadtpark“, Vortrag von Eva Henze, Museum Wilhelm Busch, Georgengarten, 30167 Hannover, Beginn: 18 Uhr, Eintritt frei

(Foto: Jabo/Wikipedia/CC BY-SA 3.0 [1])

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