Susanne Viktoria Haupt
25. September 2019

Wo Tanz und Bauhaus sich treffen

Nur noch bis Sonntag kann die eindrucksvolle Ausstellung „Ausdruckstanz und Bauhausbühne“ im Museum August Kestner besucht werden

Die Ausstellung „Ausdruckstanz und Bauhausbühne“ beleuchtet die starke Symbiose von Tanz und Bauhaus und ihren Facetten

Dass das Bauhaus dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, dürfte eigentlich wirklich an niemand Kulturinteressiertem vorbeigegangen sein. 1919 wurde die eigenwillige Schule von Walter Gropius an der Kunstschule Weimar gegründet, sie führte Kunst und Handwerk zusammen. Kunst, Design, Architektur – das waren maßgeblich die Bereiche, in denen sich das Bauhaus niedergeschlagen und gewirkt hatte. Was viele aber nicht wissen, ist, dass es auch der Tanz war, dem das Bauhaus sehr nahestand. Diesen besonderen Aspekt beleuchtet die noch bis Sonntag laufende Ausstellung „Ausdruckstanz und Bauhausbühne“ im Museum August Kestner.

Auf den Bauhaus-Bühnen fand der Ausdruckstanz – vor allem unter der künstlerischen Leitung von Bauhaus-Meister Oskar Schlemmer – ganz neue Herausforderungen. Hier konnte er sich nicht nur weiterentwickeln, sondern auch mit Farben, Formen und Materialien experimentieren. Das Bauhaus lies seine Verbindung zum Handwerk nämlich auch in den Tanz einfließen und erweiterte ihn somit um einen ganzen Gegenstandsbereich, der sich sowohl im Ausdruck, wie auch im Kostümdesign und bei der Wahl der Requisiten zeigte. Die drei großen Namen des Bauhaus-Tanzes waren Mary Wigman, Yvonne Georgi und Harald Kreutzberg, die alle in Hannover arbeiteten, was der Ausstellung natürlich einen besonderen regionalen Aspekt gibt.

Das Museum August Kestner zeigt aber natürlich nicht nur einfach Fotografien und Requisiten aus dieser Zeit, sondern auch Originalaufnahmen von Auftritten. Und so lässt es sich bequem auf einem Stuhl Platz nehmen, um beispielsweise Mary Wigman bei ihrem Hexentanz zuzuschauen. Mit Kopfhörern natürlich, denn auch die Wahl der Musik spielte eine nicht unerhebliche Rolle auf den Bühnen des Bauhauses. Eine Ausstellung, die fast alle Sinne anspricht.

Mittwoch, 25. September 2019:
„Ausdruckstanz und Bauhausbühne“, Ausstellung, Museum August Kestner, Trammplatz 3, 30159 Hannover, geöffnet von 11 bis 18 Uhr, Eintritt: 6 Euro

  • Die Ausstellung läuft noch bis zum 29. September
  • Öffnungszeiten: Di, Do bis So 11-18 Uhr, Mi 11-20 Uhr, Mo geschlossen
  • Freitags Eintritt frei

(Foto: Pressefoto/Museum August Kestner)

Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Kunst, Tagestipps

Kommentiere diesen Artikel