Jörg Smotlacha
12. September 2019

Das Andere

Die Ausstellung „KunstLandschaft. Naturwelten in der Kunst seit 1950“ geht im Sprengel Museum der Frage nach, wie wir uns die Natur zu eigen machen

Claus Goedicke: „Blume“, aus der 66-teiligen Reihe „Dinge“, 2013

Die Natur – was ist das? Eine grüne Wiese? Eine blühende Landschaft? Der hohe Berg und die unendlichen Weiten des Meeres? Das Unberührte? Seit die Menschen beginnen, sich kulturell mit der Natur zu befassen, stellt sich auch die Frage nach der Aneignung. Denn meistens gibt es einen Widerspruch: So schön wir die Natur empfinden, so sehr greifen wir auch in sie ein und verändern sie.

Aktuell könnte man natürlich einen Schritt weitergehen und sagen, dass die Menschen die Natur zerstören. Der Klimawandel zeugt davon und die dazugehörige Debatte ist eigentlich nicht erst seit den „Fridays For Future“ aktuell, sondern mindestens seit den Analysen des Club of Rome in den 1980er-Jahren. Wie aber ist die Kunst mit der Natur umgegangen? Die Antwort ist nicht einfach, denn zunächst mal hat die Kunst sich die Natur auch nutzbar gemacht. So sind Landschaftsbilder natürlich seit mehreren Jahrhunderten ein wichtiges Motiv der Malerei. Dabei gab es romantische Motive, poetische, abstrakte und letztlich auch gesellschaftskritische und politische Arbeiten.

Heute aber darf man durchaus hinterfragen, wie widersprüchlich der Umgang der Menschheit mit der Natur eigentlich ist. Gehört sie uns? Eigentlich nein. Verändern wir die Natur? Ein eindeutiges Ja. Was bewirken diese Eingriffe und wie reflektieren wir sie? Und wie geht die Kunst damit um? Der Reiz des Anderen, des Wilkden war ja immer schon groß, aber gibt es auch Selbstkritik? Das Sprengel Museum sucht derzeit nach Antworten: Mit insgesamt 17 Werken aus der Sammlung des Museums wird unter dem Titel „KunstLandschaft. Naturwelten in der Kunst seit 1950“ aktuell eine Vielfalt der künstlerischen Auseinandersetzungen mit Natur und Umwelt der letzten 70 Jahre präsentiert.

Donnerstag, 12. September 2019:
„KunstLandschaft. Naturwelten in der Kunst seit 1950“, Ausstellung, Sprengel Museum, Kurt-Schwitters-Platz, 30169 Hannover, geöffnet: 10-18 Uhr, Eintritt: 7 Euro, ermäßigt: 4 Euro

  • Die Ausstellung ist noch bis zum 6. Oktober zu sehen
  • Öffnungszeiten: Di 10-20 Uhr, Mi bis So 10-18 Uhr
  • freitags Eintritt frei
  • (Foto: Pressefoto/Sammlung Niedersächsische Sparkassenstiftung im Sprengel Museum Hannover, © Claus Goedicke, VG Bild-Kunst, Bonn 2019)

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Kategorien: Kunst, Tagestipps

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