Cosma Jo Gagelmann
6. Oktober 2019

Echt goldig!

In der Ausstellung „Zeitenwende 1400 – Die goldene Tafel als europäisches Meisterwerk“ im Landesmuseum Hannover kann man viele strahlend-schöne Kunstwerke bewundern

Bild der heiligen Magdalena

Die heilige Magdalena, Bestandteil der „Goldenen Tafel“, Lüneburg, um 1420/1430, aus Eichenholz

Nicht nur heutzutage gibt es Leute, die gerne im Luxus leben. Bereits um 1400 war der deutsche Adel über alle Grenzen hinaus für sein Luxus-Faible bekannt. Diverse Städte bekamen mehr Macht, die Klöster waren eng miteinander verbunden, und eine besondere Rolle spielten Künstler aus den Niederlanden, aus Westfalen, aus Mitteldeutschland und aus dem Ostseeraum. Sie befanden sich im regen Ausstausch miteinander, wobei eine große künstlerische Vielfalt enstanden ist.

Anfang des 15. Jahrhunderts beschloss man, für die Sankt Michaelis-Kirche in Lüneburg einen neuen Altaraufsatz zu fertigen. International bekannte Schreiner, Bildschnitzer sowie Maler wurden angeheuert – das aus ihrer Arbeit entstandene Kunstwerk nannten sie die „Goldene Tafel“. Diese beeindruckt noch heute mit ihrer Qualität, ihrer Vielfältigkeit sowie ihrer ganzen Erscheinung. Außerdem ist sie so besonders, da sehr detailliert und aufmerksam gearbeitet wurde, unter anderem auch mit professionellen Vergoldungen. Mit der „Goldenen Tafel“ sollte die Schönheit des Kirchenschatzes inszeniert werden.

Nach langer Vorarbeit und einer aufwendigen und gründlichen Restaurierung ist die „Goldene Tafel“ erstmals wieder als Ensemble sowie als Ausstellung im Landesmuseum zu begutachten. Die Beschäftigung mit der „Goldenen Tafel“ brachte zutage, dass ihre Entstehungsgeschichte ganz anders war, als bisher vermutet wurde. Dabei ist es ein kleines Wunder, dass viele Kunstwerke über die Jahre so gut erhalten geblieben sind. Und das, obwohl es mehrere Diebstähle gab, welche die Sammlung bereits erheblich reduziert haben, unter anderem von einer Bande um einen Dieb namens Nickel List. Obendrein gibt es weitere Werke aus ganz Europa zu sehen, um die Gotik vielfältig in ihren Bezügen präsentieren zu können.

„Zeitenwende 1400 – Die goldene Tafel als europäisches Meisterwerk“ findet in Kooperation mit dem Dommuseum in Hildesheim statt, in dessen Teil der Ausstellung ein Schwerpunkt darauf liegt, die Position Hildesheims in Europa um 1400 darzustellen.

Sonntag, 6. Oktober 2019:
„Zeitenwende 1400 – Die goldene Tafel als europäisches Meisterwerk“, Landesmuseum, Willy-Brandt-Allee 5, 30169 Hannover, geöffnet: 10-18 Uhr, Eintritt: 4 Euro

  • Die Ausstellung ist noch bis zum 23. Februar 2020 zu sehen
  • Öffnungszeiten: Di bis Fr 10-17 Uhr, Sa bis So 10-18 Uhr
  • Freitags von 14-17 Uhr freier Eintritt

(Foto: Pressefoto/Landesmuseum Hannover/© Landesmuseum Hannover)

Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Kunst, Tagestipps

Ein Kommentar

  1. Peter Reiner sagt:

    Sehr interessanter Artikel!

Kommentiere diesen Artikel