Jörg Smotlacha
29. September 2019

Vorsichtiger Optimismus

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg

Cedric Teuchert

Kommt langsam in Schwung: 96-Neuzugang Cedric Teuchert

Es ist der 8. Spieltag der Zweiten Fußball-Bundesliga, Saison 2019/20. Ein Spitzenspiel steht an. Und zwar das Duell zwischen den beiden direkten Absteigern aus der letztjährigen Bundesliga Hannover 96 und 1.FC Nürnberg. Ein Spitzenspiel? Auf dem Papier vielleicht, aber in der Realität wohl kaum. Denn beide Mannschaften hinken ihren Ansprüchen derzeit noch gewaltig hinterher. Während Hannover 96 mit acht Punkten derzeit im unteren Tabellendrittel dümpelt, ergeht es den Nürnbergern kaum besser: Mit nur einem Zähler mehr stehen sie nur unwesentlich besser da.

Den Aufstieg noch auf dem Zettel

Und dennoch: Trainer Mirko Slomka hat den Aufstieg mit den Roten noch im Blick. „Ich schreibe das Thema Aufstieg nicht ab. Ich möchte der Mannschaft weiter ins Buch schreiben, dass sie die Qualität dafür hat, oben mitzuspielen. Montag wird ein guter Gradmesser für das Team, um zu zeigen, dass sie in der Lage sind, es noch zu schaffen.“ Die bisherige Heimbilanz spricht allerdings nicht gerade für Slomkas Optimismus: Mit kümmerlichen zwei Punkten steht 96 derzeit auf dem letzten Platz der Heimtabelle, zwei mäßigen 1:1-Unentschieden gegen Jahn Regensburg und Greuther Fürth folgte ein 0:2 gegen Arminia Bielefeld.

Kleine Anzeichen

Derweil gibt es immerhin kleine Anzeichen für einen allmählichen Aufschwung: Im letzten Auswärtsspiel in Fürth zeigte sich der 96-Angriff um Marvin Duksch und Cedric Teuchert eingespielter als zuvor und mit Marc Stendera und Dennis Aogo könnte auch das Mittelfeld allmählich zu mehr Stabilität finden. Und auch die Personlasituation entspannt sich ein wenig: Marvin Bakalorz, Dennis Aogo, Emil Hansson und wohl auch Josip Elez scheinen einsatzbereit und Waldemar Anton kommt anch seiner Gelb-Rot-Sperre ebenfalls zurück. Slomka hat also die Qual der Wahl.

Warten auf den Aufschwung

Alles gut also? Nein, soweit ist Hannover 96 noch lange nicht. Die Mannschaft scheint Zeit zu benötigen. Gelingen ihr ein paar gute Spielzüge, kommt da etwas ins Rollen. Gerät sie aber unter Druck oder gar in Rückstand, klappt oft nicht viel und auch Slomka erscheint ratlos. Dabei gäbe es genügend Charaktere im Team, die die Mannschaft mitreißen können. Doch ausgerechnet die dafür vorgesehenen Führungsfiguren wir Marvin Bakalorz oder Edgar Prib zeigen bisher viel zu wenig. Wenn sich das nicht ändert, wird es mit dem Aufstieg nichts.

Volle Offensive

Im morgigen Spiel gegen den 1.FC Nürnberg stehen die Chancen trotzdem nicht schlecht, denn der Gegner scheint verunsichert – die Nürnberger spielten zuletzt nur 3:3 in Darmstadt und 1:1 gegen Karlsruhe. Hannover 96 scheint gewillt, endlich den ersten Heimsieg einzufahren, und Slomka deutete zuletzt eine sehr offensive Aufstellung mit Duksch, Teuchert und Hendrik Weydandt an. Das kann klappen, kann aber auch nach hinten losgehen, denn noch sind die Roten eine eher fragiles Gebilde. Und trotzdem: Die Substanz ist eigentlich da und ein bisschen Glück gehört auch dazu. Mein Tipp: Diesmal zeigen die 96er ein gutes Heimspiel und siegen mit 2:0.

Montag, 30. September, 20.30 Uhr:
Hannover 96 – 1.FC Nürnberg

(Foto: Jo Atmon/Wikipedia, Copyright: Elmar J. Lordemann)

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Kategorien: Sports

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