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Leistungssteigerung oder Time to change?

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Heute: das Auswärtsspiel bei Dynamo Dresden

In allen Belangen ein Sinnbild für den Niedergang von Hannover 96: Edgar Prib

My lovely Mister Singing-Club, war das mies, was Hannover 96 vergangenen Montag gegen den 1. FC Nürnberg auf dem grünen Rasen ablieferte. Gegen brutal effektive, aber letzten Endes eigentlich auch nicht wirklich überragend agierende Clubberer, verlor die Mannschaft von Chefcoach Mirko Slomka mit 0:4. Es war erschreckend mit anzusehen, wie ideenlos, körperlos und dadurch eben nahezu chancenlos sich die Roten auf dem Rasen der HDI-Arena präsentierten. Fast schon wie ein Absteiger.

Hannover 96 fehlt die Galligkeit

Sinnbildlich, wenn auch nicht allein, stand für mich Edgar Prib an diesem Abend. Schon früh im Spiel sah man beim Co-Kapitän, was Hannover 96 in der Zweiten Liga fehlt: die Galligkeit. Wenn ein Nürnberger einen 96-Spieler an diesem Abend anlief, hatte man oft das Gefühl: Der frisst den kleinen 96er da vor ihm gleich auf. Bei Prib hingegen musste ich schon in der Anfangsphase dreimal mit dem Kopf schütteln. Zweimal, weil er schon zwei Meter vor dem Ball und dem sich nähernden Verteidiger die Dynamik aus seinem Lauf nahm und somit dem Gegner kampflos den Ball überließ, einmal, weil er sich eine völlig unnötige, weil vermeidbare, gelbe Karte an der Mittellinie abholte – bereits in der 23. Minute.

Ein Rückschlag nach dem anderen

Prib und seine Kollegen mussten nun unter der Woche ins Einzelgespräch mit Trainer Mirko Slomka. Der Chefcoach wollte herausfinden, woran es aktuell auf dem Platz hakt, wie die Kommunikation abläuft. Mit Marvin Bakalorz, dem eigentlichen 96-Kapitän, der aber seit Dennis Aogos Ankunft Bankdrücker ist, hat Slomka ein besonders langes und intensives Gespräch geführt. Ein kritischer Austausch kann sich eigentlich nur positiv auf das fragile 96-Konstrukt auswirken, doch da kommt auch schon der nächste Rückschlag. Bakalorz hätte gegen Dresden wohl in der Startelf gestanden, weil Aogo sich eine Zerrung gegen Nürnberg eingefangen hat. Doch nun fällt auch der zweite Sechser gegen Dresden aus: Bakalorz steht ebenfalls aufgrund einer Zerrung nicht zur Verfügung. Somit muss Slomka abermals eine Mannschaft umbauen, die sich noch immer nicht gefunden hat.

Der freie Fall nimmt kein Ende

Eine deutliche Leistungssteigerung der Mannschaft wird vom Cheftrainer in Dresden erwartet, sonst wird es wohl eng für den Mann an der Seitenlinie. Doch wo soll diese herkommen? Das Team hat kein Selbstvertrauen, es fehlt eine mitreißende Persönlichkeit, die vorne weg marschiert und die Mannschaft auch in wackeligen Phasen durch Körpersprache auf Kurs hält. Doch einen solchen Spieler hat 96 derzeit nicht. Die Knie schlottern, die Köpfe hängen, der Relegationsplatz wurde am Freitagabend erreicht. Der freie Fall von Hannover 96 nimmt offenkundig kein Ende.

Sollte Mirko Slomka nicht irgendwelche krass illegale Mind-Tricks beherrschen, mit denen er aus verunsicherten Grottenkickern Mentalitäts-Monster formen kann, dann sehe ich auch in Dresden schwarz für die Roten. Dresden steht in der Tabelle einen Punkt besser da als Hannover und wird sicherlich auch schon mitbekommen haben, wie man 96 den Zahn ziehen kann. Und Dynamo hat seit drei Heimspielen nicht mehr verloren. Und auch wenn SGD-Trainer Cristian Fiél Respekt vor dem Kader des Gegners hat und Hannover 96 auf Wiedergutmachungs-Kurs sieht, glaube ich nicht daran, das eine solche gelingen wird, denn auch Dresden steht nach dem 1:4 bei Erzgebirge Aue beim eigenen Anhang in der Bringschuld. Irgendwie traue ich den Sachsen eher den Turnaround zu. Hannover 96 wird die geforderte Leistungssteigerung nicht auf den Platz bringen und in Dresden mit 1:3 verlieren. In letzter Konsequenz müsste das bedeuten: Time to change.

Samstag, 5. Oktober 2019, 13 Uhr:
Dynamo Dresden – Hannover 96

(Foto: Pressefoto/Hannover 96)

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