Henning Chadde
21. April 2010

„Zwei wichtige Gedenkmomente an einem Tag“

Zum Welttag des Buches und Tag des Bieres gibt es am Freitag im Café Gustino erstmals einen Dichterwettstreit zum Thema / langeleine.de verlost 5 x 2 Eintrittskarten

Was war eher da? Die Inspiration oder das Werk? Diese Frage lässt sich schnell beantworten – natürlich braucht es eine kräftige Idee, um ein künstlerisches Werk zu erschaffen. Also noch einen Schritt zurück: Was war eher da? Die Inspiration oder der Inspirationsstoff? Die grüne Fee Absinth, der Rotwein, Whisky, das Bier – der Alkohol wird wie bei allen Künsten oft dem Dichterischen als unabdingbarer Kreativgeber an die Seite gestellt. Ja, Buch und Bier feiern sogar seit einigen Jahren am selben Tag ihre weltumspannende Daseinsberechtigung – und zwar jährlich am 23. April. Doch wessen ist der Tag eigentlich? In Kooperation mit der Buchhandlung Decius, der Literatur-Tankstelle Hannover und dem Café Gustino versucht langeleine.de die Deutungshoheit dieses Tages bei einem Poetry Slam zu klären. Anlass für ein paar gezielte Fragen an Mitinitiator Volker Petri, Marketingleiter bei Decius.

Volker Petri

„Ein Prosit, ein Prosit!“: Volker Petri präsentiert die flaschenförmigen Eintrittskarten zum „Buch oder Bier?“-Poetry Slam

langeleine.de: Herr Petri, am 23. April fallen jährlich der Welttag des Buches und der Tag des Bieres zusammen. Woher kommen diese beiden Traditionen?

Volker Petri: Den Welttag des Buches hat die UNESCO 1995 ins Leben gerufen, Bezug nehmend auf eine katalanische Tradition, nach welcher am Georgstag Rosen und Bücher verschenkt werden. Außerdem schreibt man das Geburts- sowie das Todesdatum von William Shakespeare und den Todestag von Miguel de Cervantes dem 23. April zu. Der Tag des Bieres geht hingegen auf eine Initiative von deutschen Brauereien zurück, um an das Reinheitsgebot zu erinnern, dass am 23. April 1516 erlassen wurde. Zwei schwergewichtige Gedenkmomente an einem Tag. Prost!

ll: Hannover begeht diese beiden „Feiertage“ nun erstmals in einem Rutsch mit einer großen Dichterschlacht, um die Frage zu klären, wem denn nun der Tag gehört – dem Buch, oder dem Bier. Kann man das denn überhaupt trennen? Seit jeher gehört doch der Alkohol zu den kreativen Inspirationsquellen der Dichterei…

Petri: Wie lässt Claude Tillier seinen Onkel Benjamin sagen? Ich zitiere sinngemäß: „Der Mensch unterscheidet sich vom Tier nur dadurch, dass er sich betrinken kann und damit zu neuen Inspirationen fähig ist.“ Von daher gehören beide Feste an einem Tag – und zusammen – gefeiert, aber am Ende sollte doch nur einer auf dem Podest stehen. Wir leben schließlich in einer Leistungsgesellschaft. Zum Wohl!

ll: Haben Sie ein Lieblingswerk eines ausgewiesenen, schriftstellenden Trunkenboldes oder einer Trunkenboldin beziehungsweise können Sie eines empfehlen?

Petri: Da gibt es einige. Aber spontan würde ich sagen „Claude Tillier: Mein Onkel Benjamin“ als klassischer und komischer Roman und Kinky Friedmans „Greenwich Killing Time“ als Krimi.

ll: Die Literatur-Tankstelle Decius hat es sich seit 2008 zur Aufgabe gemacht, jungen Autoren und unabhängig produzierten Literaturen eine Plattform zur Präsentation und zum Verkauf zu bieten. Was sind Ihre Erfahrungen?

Petri: Unsere Erfahrungen sind bisher sehr positiv, obwohl wir den Büchern noch mehr Resonanz bei unseren Kunden wünschen. „Hannoveraner tankt Bücher aus dem Denkkreis von Hannover“ – dieser Ausruf sollte trendy werden.

Goethe und Schiller, Handpuppen

Selbst Goethe und Schiller sind sich uneinig: Buch oder Bier?

ll: Welche Aktionen sind im Rahmen der Literatur-Tankstelle für Sie noch vorstellbar? Gibt es schon weitere Vorhaben und Ideen?

Petri: Wir werden verstärkt Kooperationen suchen, die es uns ermöglichen, Veranstaltungen mit Themen rund um die Autoren der Literatur-Tankstelle zu initiieren. Und wir stehen vor den ersten Freigängern, denn die Bewährung für die ersten Titel der Literaturtankstelle ist abgelaufen… In diesem Sinne: „Freiheit für den Geist“. Und ja, zu diesem Thema gibt es schon ein paar gute Ideen.

ll: Ihr persönlicher Tipp: Welches Team wird heute Abend gewinnen – Geist oder Geistiges?

Petri: Das bessere, das nüchternere Team wird der Sieger der Herzen. Aber ich glaube, das sollte das wohlgeneigte und kompetente Publikum am Freitag im Café Gustino selbst bestimmen. Prost!

ll: So soll es sein. Herr Petri, wir danken für das Gespräch. Prost!

„Buch oder Bier?“ –
Der Poetry Slam zum Welttag des Buches und Tag des Bieres

Café Gustino, Karmaschstraße 43a, 30159 Hannover
Freitag, 23. April 2010, 20 Uhr, Eintritt: 5 Euro
Moderation: Henning Chadde und Jörg Smotlacha

Anrufen und gewinnen!

langeleine.de verlost 5 x 2 Eintrittskarten für die Dichterschlacht „Buch oder Bier?“

Die ersten fünf Interessenten, die sich bei uns in der Redaktion melden, sind die Gewinner! Wählt 0511 / 260 63 92 oder mailt uns an unsere Redaktionsadresse team(at)langeleine.de und Ihr könnt fünf Mal jeweils zwei Karten für den „Buch oder Bier?“-Poetry Slam gewinnen. Viel Erfolg!

(Fotos: Decius, Ralf Rohde)

Wenn Dir dieser Text gefällt, teile den Artikel auf Facebook,
hinterlasse einen Kommentar oder abonniere unseren RSS-Feed!

Artikel drucken

Kategorien: Literatur, Lokalitäten, Menschen

Kommentiere diesen Artikel