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Der Slomka-Effekt

Abseits – Hannover 96 vor dem Spieltag. Morgen: das Heimspiel gegen den VfL Osnabrück

Jannes Horn

Könnte wieder in die Startelf rücken: Neuzugang Jannes Horn

Mann, Mann, Mann… Was habe ich den letzten Wochen nur für einen Nonsens von mir gegeben? Da schimpfe ich darüber, dass Mirko Slomka als Trainer von Hannover 96 noch nicht wirklich überzeugen konnte, da er die Mannschaft nicht weiterentwickelt hat, doch habe ich dabei gänzlich außer acht gelassen, dass er die Mannschaft bereits an einer ziemlichen wichtigen Stellschraube gepackt hat.

Ohne Druck läuft es bei Hannover 96 besser

Beim Mitabsteiger VfB Stuttgart kann man mal verlieren, ebenso beim Hamburger SV. Ansonsten hat das in den letzten Jahren auswärts so miserable 96 unter Slomka die Kurve bekommen: Neun Punkte holten die Roten in der Fremde bereits, das sind schon jetzt vier mehr als in der gesamten letzjährigen Abstiegssaison im Oberhaus. In der Auswärtstabelle der Zweiten Liga steht 96 somit auf Rang zwei hinter Arminia Bielefeld. Dies ist eindeutig ein Pluspunkt in Slomkas bisheriger Bilanz. Offenbar lässt es sich auswärts ohne Druck mit der neuformierten Mannschaft besser aufspielen.

Der VfL Osnabrück hat auswärts Probleme

In der Heimtabelle hingegen belegt Hannover den letzten Platz mit gerade einmal zwei Punkten. Das 0:4 gegen den 1. FC Nürnberg ist noch nicht vergessen, ebenso wenig die anderen wenig überzeugenden Heimauftritte gegen Regensburg, Fürth und die Arminia aus Bielefeld. Doch Slomka sieht gute Möglichkeiten für sein Team, wenn es auf die Leistung aus dem Dresden-Spiel aufbaut. Im VfL Osnabrück sieht er „eine sehr kampfstarke Mannschaft mit unterschiedlichen Ordnungen. Eine körperlich robuste Mannschaft“. Da heißt es also: gegenhalten. Doch der 96-Chefcoach weiß auch um die Schwächen des Aufsteigers: „Auswärts waren sie nicht so stark. Ich denke, dass wir diesem Spiel deutlich unseren Stempel aufdrücken müssen.“

Schwierige Personalsituation

Der Heimfluch soll am Sonntag also endlich gebrochen werden. Dazu wird Slomka sein Team aber wieder umbauen müssen. Miiko Albornoz sah gegen Dresden Gelb-Rot und sitzt am Sonntag eine Sperre ab. Für ihn wird wohl Neuzugang Jannes Horn in die Startelf rücken. Für Sebastian Jung steht hingegen noch Einzeltraining auf dem Programm, er soll allerdings eventuell immerhin nächste Wochewieder zur Mannschaft stoßen. Für Dennis Aogo wird es knapp, Slomka will am Samstag im persönlichen Gespräch mit dem Sechser entscheiden, ob er zur Mannschaft gehören wird. Definitiv nicht dabei sein wird Linton Maina, der nach seiner Adduktorenverletzung zwar wieder im Mannschaftstraining mitwirkt, aber den eine Stressreaktion im Oberschenkel aktuell ausbremst. Gute Neuigkeiten gibt es aber auch, denn Felipe konnte seinen Körper wieder voll belasten, trainierte ohne Probleme und ist somit eine Option für Osnabrück.

96 braucht Stenderas Geistesblitze

Ob Hannover 96 im Niedersachsenduell mit dem VfL Osnabrück den Heimfluch bannen kann? Schwer zu sagen. Gegen tief verteidigende Gegner hat Hannover noch nicht wirklich überzeugen können. Es fehlte an kreativen Momenten im Spiel und auch an herausragenden Einzelaktionen. Dass es trotzdem besser wird, hängt wohl auch an Marc Stendera, der gegen Dresden das 1:0 durch Julian Korb mit einem feinen Lupfer in den Strafraum vorbereitete. Solche Geistesblitze wird es wohl auch gegen die robusten Osnabrücker brauchen – oder einfach mal ein schnelles Tor zur frühen Führung. Ein solcher Spielverlauf würde 96 jedenfalls in die Karten spielen und endlich mal für Räume im eigenen Stadion sorgen. Dann klappt es auch mit dem Dreier. Mein Tipp: Hannover 96 gewinnt sein erstes Heimspiel in dieser Saison und schickt den VfL Osnabrück mit 2:0 zurück auf die Heimreise.

Sonntag, 20. Oktober 2019, 13.30 Uhr:
Hannover 96 – VfL Osnabrück

(Foto: Sandro Halank/Wikipedia, Copyright: CC BY-SA 3.0 [1])

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