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Bloom und Dedalus lassen grüßen

Das Leibniz Theater beschäftigt sich heute mit einem der ganz großen Autoren der Moderne: James Joyce

Bei ihm geraten selbst ganz harte Bücherwürmer ins Schleudern: der irische Schriftsteller James Joyce

Im Leistungskurs Deutsch hatte mein Lehrer uns damals gesagt, dass einen literarisch nichts mehr einschüchtern würde, wenn man „Ulysses“ von James Joyce gelesen hätte. Gleichzeitig gab er uns folgenden Rat: „Lest erst ‚Dubliner‘ und dann ‚Ulysses'“. Als übereifrige Schülerin bin ich natürlich direkt in die Bibliothek losgezogen und habe mir „Ulysses“ ausgeliehen. Es hat allerdings noch ein paar Jahre gedauert, bis ich mich durch Joyces Herzstück vollständig und aufmerksam durchgearbeitet hatte. Wenn ich vorher gewusst hätte, dass die meisten Menschen nur behaupten, dass sie „Ulysses“ gelesen haben, dann hätte ich mir das wahrscheinlich erspart. Dennoch hat mir Joyce mit seinem Epos einige Türen geöffnet, vornehmlich zur englischsprachigen Literaturszene im Paris der 1920er- bis 1940er-Jahre.

Mit großer Faszination habe ich alles über die Veröffentlichung seines Werks gelesen und somit auch von den heldenhaften Taten der klugen und kühnen Sylvia Beach. 2022 wird „Ulysses“ 100 Jahre alt. Zu diesem Anlass möchte man nun auch endlich die sterblichen Überreste des irischen Schriftstellers aus der Schweiz in die irische Hauptstadt bringen. Jene Stadt, durch die vor allem immer noch am Bloomsday tausende Menschen auf den Pfaden von Leopold Bloom wandern. Selbst im fernen Hannover feiert man jenen Tag, den 16. Juni, stets mit einer Lesung im Literaturhaus.

James Joyce Œu­v­re umfasst natürlich mehr als nur „Ulysses“ oder „Dubliner“, aber man lenkt ganz gerne mit der Geschichte rund um Leopold Bloom ab, damit niemals jemand nach „Finnegans Wake“ fragt. Bei diesem Werk sind sich nicht mal Literaturwissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler wirklich sicher, was sie da vor sich haben. Sie würden es nur nicht unbedingt zugeben. So schwer zugänglich Joyce auch ist, so genial sind seine Werke eben auch. Zumindest ist er nicht zu sperrig für eine charmante Lesung am Sonntagmorgen im Leibniz Theater. Dort dreht sich heute ab elf Uhr alles rund um James Joyce und sein Œu­v­re. Neben bereits genannten Werken dürften auch die Gedichte und vor allem „A Portrait of the Artist as a Young Man“ eine tragende Rolle spielen. Vielleicht inspiriert es einige ja zu weitergehender Lektüre.

Sonntag, 3. November 2019:
„Lesung über… James Joyce“, Leibniz Theater, Kommandaturstraße 7, 30169 Hannover, Beginn: 11 Uhr, Eintritt: 14 Euro

(Foto: Wikipedia.de, gemeinfrei)

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