Susanne Viktoria Haupt
4. November 2019

Zug für Zug zur neuen Heimat

Das Kino am Raschplatz zeigt heute mit „Das Wunder von Marseille“ die Lebensgeschichte des Schach-Genies Fahim Mohammad

Brillantes Duo: Assad Ahmed und Gérard Depardieu in „Das Wunder von Marseille“, Filmplakat

Manchmal schreibt das Leben einfach die besten Geschichten. Oder auch Drehbuch-Vorlagen. So wie im Falle des Jungen Fahim Mohammad. 2008 kam der gerade mal Achtjährige mit seinem Vater von Bangladesh nach Paris. Sein Vater hatte sich gegen die Regierung gestellt und die Familie war somit nicht mehr sicher. In Paris wollte man sich nun ein neues und sicheres Leben aufbauen und anschließend den Rest der Familie nachholen. In der französischen Hauptstadt angekommen, sollten die Dinge aber nicht so richtig laufen. Das politische Asyl wurde Fahim und seinem Vater verwehrt. Der einzige Ausweg war, dass Fahim in den Schach-Olymp aufsteigt, denn dafür hatte der Kleine durchaus eine Begabung. Der Plan ging auf und Fahim wurde ein gefeierter Champion, der samt seiner Familie endlich in Frankreich ein neues Zuhause gefunden hat.

Wenn das kein Stoff für einen zu Tränen rührenden Film darstellt, dann weiß ich auch nicht mehr. Das hat sich auch Regisseur Pierre-François Martin-Laval gedacht und sich kurzerhand die Rechte gesichert. Da ihn die Geschichte selbst ebenfalls sehr berührt hat, wollte Martin-Laval den Film so authentisch wie möglich halten. Als mürrischen Schach-Trainer Sylvain hat er sich daher zu Recht für den französischen Star Gérard Depardieu entschieden. Um Fahims Geschichte auf der Leinwand richtig zum Strahlen zu bringen, hat sich der Regisseur aber auch für die Hauptrolle einen besonderen Kniff ausgedacht – und dieser heißt Assad Ahmed. Ahmed kommt genau wie Fahim aus Bangladesh. Und genau wie seine Rolle sprach auch er kein Wort Französisch, bevor er nach Frankreich kam. Erst während der Dreharbeiten lernte er peu à peu die Sprache sprechen und das Land kennen. Gepaart mit Assad Ahmeds natürlichem Schauspieltalent und Depardieus Erfahrung ist aus „Das Wunder von Marseille“ keine bloße Nacherzählung von Fahims unglaublicher Geschichte geworden, sondern ein bewegender und authentischer Film, der begeistert. Zu sehen ist die Geschichte von Fahim heute im Kino am Raschplatz auf Französisch mit deutschen Untertiteln.

Montag, 4. November 2019:
„Das Wunder von Marseille – Fahim“, Drama von Pierre-François Martin-Laval, F 2019, 107 min., OmU, Kino am Raschplatz, Raschplatz 5, 30161 Hannover, Beginn: 20 Uhr, Eintritt: 9 Euro, ermäßigt: 8,50 Euro

(Foto: Filmplakat)

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Kategorien: Film, Tagestipps

Ein Kommentar

  1. Alex sagt:

    Unsere Tipps fur den Sonnabend in Hannover: Narren im Rathaus, Stoffe am Steintor, Geschichten im Lux, Vocaldente im Theater am Aegi. Aber es gibt noch mehr Erlebenswertes. Von der Fullmaschine bis zur Verkaufstheke: Zehn HAZ-Leser haben das Unternehmen Wurst-Basar besucht. Das Angebot war Teil der Aktionen rund um den 70. Geburtstag der HAZ. Denn die Currywurst gibt es schon genau so lange.

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