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Verrückt, verrückter, Nina Hagen

Im Theatermuseum Hannover ist eine schrille Ausstellung über die „Mutter des Punks“ zu sehen

Nina Hagen

Eine der wahrscheinlich skurrilsten Frauen Deutschlands: Catharina „Nina“ Hagen

Nina Hagens Leben in allen Einzelheiten und Details ist sehr schwierig zusammenzufassen. Denn Hagens Leben ist so bunt wie eine Packung Smarties. Nicht nur in Deutschland, sondern auch international erlangte Nina Hagen eine große Bekanntheit. Viele mögen die aus Ost-Berlin stammende Sängerin für ihre unverwechselbare und durchgeknallte Art, manche mögen sie gerade deswegen nicht. Hagen sagte immer ihre Meinung und rebellierte gegen die Politik oder auch das deutsche Schulsystem. Sie war und ist herrlich selbstbewusst und will dies auf alle Frauen übertragen. Sie ist eben genauso, wie sie ist. Außerdem zieht sie nicht nur durch ihre einzigartige Art die Blicke auf sich, sondern auch durch ihren außergewöhnlichen Kleidungsstil. Ebenso färbt sie ihre Haare oft und ihr Make-up ist sehr bunt. Ihren ersten Hit hatte sie mit dem Lied „Du hast den Farbfilm vergessen“. Dabei war Hagens Musikstil immer so experimentierfreudig und genauso individuell wie sie selbst. Zudem wollte sie auch immer Schauspielerin werden und hat in einigen Filmen mitgewirkt. Wie auch immer: Zumindest in Deutschland ist fast jede und jeder schon einmal mit ihr in Berührung gekommen.

Nach der Ausbürgerung aus der DDR mit ihrer Mutter, die damals mit Wolf Biermann liiert war, reiste sie nach London und begab sich dort in die Punk-Szene. Sie gründete ganz bald in Deutschland die Nina Hagen Band und erhielt eine Goldene Schallplatte für ihr Werk. Doch ihr Leben blieb schwierig: Es kam schnell zur Trennung der Band. Hagen ist ein Freigeist und konnte sich nur schwer an Verträgen oder auch Leuten festmachen. Fünfzehn Alben hat dieser Weg hervorgebracht. Sie hat zwei Kinder, Cosma Shiva und Otis. Der Vater von ihrer Tochter Cosma Shiva, der Gitarrist Ferdinand Karmelk, starb 1988 an seiner Drogensucht. Mit dem Vater von Otis, der französische Visagist Franck Chevalier, hatte sie einen schwierigen Sorgerechts-Streit.

Bekannt und berüchtigt ist Nina Hagen auch dadurch, dass sie bei Besuchen in Talkshows durch ihre freche, offene Art Gäste aus dem Studio vertreibt und unter anderem auch zeigte, wie Frauen sich sexuell selbst befriedigen können. Das tat sie zwar angezogen, aber für den ORF, und das war für den österreichischen öffentlich-rechtlichen Rundfunk trotzdem skandalös. 2006 wurde Nina Hagen Jury-Mitglied bei „Popstars“.

Arne Buhrhof bekam Ninas Album „Unbehagen“ 1980 zur Konfirmation geschenkt und war sofort schockverliebt. Er sammelte ab diesem Moment jede Kleinigkeit, jede Sache und jedes Ding, was auch nur ansatzweise mit Nina Hagen zu tun hat. Zum heutigen Zeitpunkt finden sich in seiner Sammlung mehr als 3000 Fan-Artikel, die man sich seit 2003 auch online unter www.einfach-nina.de [1] anschauen kann. 460 Objekte aus diesem Sammelsurium hat er nun dem hannoverschen Theatermuseum im Schauspielhaus zur Verfügung gestellt. Die Ausstellung ist in zwölf Kapitel aufgeteilt, die Nina Hagens Werdegang zwischen DDR, Superstar-Image und Stil-Ikone beleuchten.

Donnerstag, 28. November 2019:
„Nina Hagen. Collection Arne Buhrhof“, Ausstellung, Theatermuseum, Prinzenstraße 9, 30159 Hannover, geöffnet: 14 bis 19.30 Uhr, Eintritt: 5 Euro, ermäßigt: 3 Euro

(Foto: Pressefoto / Theatermuseum / Jim Rakete)

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