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Einfach mal rauslassen!

Mit „Die Wut, die uns vereint“ von Finegan Kruckemeyer inszeniert die Regisseurin Wera Mahne in Hannover abermals ein Stück, das für Hörende und Nichthörende konzipiert ist

Zum Davonlaufen diese Wut: Athina Lange und Tabitha Frehner, Szenenfoto

Letztes Jahr beschäftigte sich die Regisseurin Wera Mahne mit dem Thema Mobbing. Ihre Ballhof-Inszenierung von „Mädchen wie die“ war zweisprachig angelegt, in diesem Fall bedeutete das für Hörende und Nichthörende. Jetzt legt Mahne mit dem Thema Wut nach. Mit zwei hörenden (Tabitha Frehner und Ruby Commey) und zwei nichthörenden (Athina Lange und Eyk Kauly) Schauspielerinnen und Schauspielern inszeniert sie das Stück „Die Wut, die uns vereint“ des australischen Autors Finegan Kruckemeyer. Dabei geht es um die 16-jährige Kay, bei der plötzlich gar nichts mehr stimmt: Die Eltern sind auf einmal doof, die Schule sowieso, die Freunde sind uncool und überhaupt versteht sie keiner mehr. Das macht wütend, sehr wütend! Sie schlägt ihren besten Freund bewusstlos, aus Versehen. Doch für ihre Eltern ist nun eine Grenze überschritten. Kay wird in einer abgeschiedenen Waldhütte ausgesetzt. Dort soll sie in aller Ruhe über sich und ihr Leben nachdenken. Die Eltern konnten natürlich nicht ahnen, dass Kay in der Abgeschiedenheit des Waldes auf Lotte trifft. Eine schicksalhafte Begegnung, denn Lotte ist noch tausendmal wütender!

Wut, gerade bei Jugendlichen, wird oftmals sehr stark mit dem Begriff „krankhaft“ in Verbindung gebracht. Doch so einfach ist es für die Regisseurin Wera Mahne nicht: „Also Wut entsteht ja aus einer Energie heraus, dass man mit irgendetwas unzufrieden ist. Wenn man dann wütend ist und das zeigt, dann ist man eigentlich ganz schnell raus. Dann wird schnell gesagt: Du bist ja total unmöglich, wie verhältst Du Dich denn? Anstatt erst einmal wahrzunehmen: Da ist eine Wut, warum ist die denn da? Und das ist auch etwas, was ganz oft bei Jugendlichen gemacht wird. Wenn Jugendliche wütend sind, in der Schule oder überall, dann heißt es oft: Oh, die haben ein Aggressionsproblem, der ist krank. Aber wenn jemand wütend ist, weil er unzufrieden ist mit der Situation, heißt das noch lange nicht, dass er krank ist und nicht reinpasst, sondern das heißt, dass gerade die Gesamtsituation nicht so ist, dass er sich wohlfühlen kann.“ Heute feiert „Die Wut, die uns vereint“ Premiere im Ballhof Zwei.

Samstag, 23. November 2019:
„Die Wut, die uns vereint“, Theaterstück von Finegan Kruckemeyer, Inszenierung von Wera Mahne, Premiere, Ballhof Zwei, Knochenhauerstraße 28, 30159 Hannover, Beginn: 19.30 Uhr, Eintritt: 22 Euro

(Foto: Pressefoto/Niedersächsisches Staatstheater/Kerstin Schomburg)

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