Roman Kansy
20. November 2019

Das nicht totzukriegende Konzept der Mauer

Mauern beschäftigen die Menschen weltweit. Heute stehen sie im Medienhaus Hannover im Mittelpunkt

 

Unter dem Titel „Grenzbeziehungen“ zeigt das Medienhaus heute Kurzfilme rund um die Mauern dieser Welt

30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer ist nicht mehr viel von ihr übrig geblieben. Einige Kilometer des geschichtsträchtigen Betons stehen noch an ihrem ursprünglichen Ort, ein Teil der Mauer hat am Weißekreuzplatz in der hannoverschen List eine neue Bleibe gefunden und viele weitere Fragmente der ehemaligen Grenze sind mittlerweile über die ganze Welt verteilt. Auch wenn man die gesellschaftlichen Folgen ihrer Existenz bis heute spürt, ist die Mauer keine Mauer mehr. Sie ist zu einem Stück Zeit- und Menschheitsgeschichte und zu einem Symbol für vieles geworden: Unterdrückung, Unrecht und Trennung, aber auch Hoffnung, Solidarität und Möglichkeit der Veränderung.

Die Berliner Mauer – derzeit wieder in aller Munde – ist aber nur eine der bekanntesten Grenzbefestigungssysteme, die es gibt, aber natürlich mitnichten das einzige. Europa schottet sich ab, Israel setzt auf Mauerbau und die USA wollen es an ihrer Grenze zu Mexiko gleichtun. Die Mauer als Konzept gegen Ein- und Auswanderung, gegen Kommunikation und gegen Völkerverständigung hat auch heute leider noch lange nicht ausgedient. Im Zuge der Aktualität und des 30-jährigen Jubiläums des Mauerfalls hat das Medienhaus Hannover einen Kurzfilm-Abend unter dem Namen „Grenz(be)ziehungen – 30 Jahre Mauerfall“ organisiert. Auf der Leinwand werden Beton-Wälle von Weltruhm bereist, die Unbezwingbarkeit der soliden Ungeheuer getestet und auf Stasi-Thriller zurückgeblickt.

Das Filmprogramm des Abends:

„Contrast“
Animation von Ali Soozandeh, Deutschland 2002, 4 min.

Zwei Männchen, ein schwarzes in einer weißen Welt und ein weißes in einer schwarzen, kämpfen gegeneinander. Worum eigentlich?

„Borderline“
Kurz-Spielfilm von Dmitry Konoplov, Israel 2015, 15 min.

Ein abgehalfterter Drogendealer trifft beim routinemäßigen Paket-Tausch am israelischen Grenzzaun auf einen palästinensischen Fußballer.

„Biotop“
Dokumentarfilm von Paul Scholten, Deutschland 2018, 12 min.

In München-Neuperlach wurde beim Bau einer Flüchtlingsunterkunft nicht bedacht, dass ein wunderbares Biotop entstehen würde.

„Halma-Spiel“
Dokumentarfilm von Betina Kuntzsch, Deutschland 2017, 15 min.

„Meine Mutter war eine gute Halma-Spielerin“. Eine Lebensgeschichte im Zweiten Weltkrieg, in der DDR und schließlich im vereinten Deutschland.

„Die besonderen Fähigkeiten des Herrn Mahler“
Kurz-Spielfilm von Paul Philipp, Deutschland 2017, 29 min.

DDR 1987: Die Volkspolizei beauftragt Sonderermittler Mahler, den Fall eines verschwundenen 6-Jährigen zu klären.

„Everything allright“
Kurz-Spielfilm von Borbála Nagy, Deutschland 2018, 13 min.

Sein erster Arbeitstag an der Grenze zwischen Ungarn und Serbien. Er soll Flüchtlinge abhalten und wird mit der Realität konfrontiert.

„M.A.M.O.N. Monitor Against Mexicans Over Nationwide“
Animation von Ale Damiani, Mexiko/Uruguay 2016, 6 min.

Ein Mecha-Roboter in Trump-Erscheinung bricht durch die mexikanische Grenzmauer und erklärt seinen vom Himmel gefallenen Feinden den Krieg.

Mittwoch, 20. November 2019:
„Grenz(be)ziehungen – 30 Jahre Mauerfall“, Kurzfilm-Abend, Medienhaus Hannover, Schwarzer Bär 6, 30449 Hannover, Beginn: 20 Uhr

(Foto: Pressefoto/Medienhaus Hannover)

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Kategorien: Film, Politik, Tagestipps

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