Jörg Smotlacha & Henning Chadde
7. Mai 2010

A hot summers night

Sommerparty! Mit vielen illustren Gästen feiert der Kulturkiosk am 4. Juni bis die Leine bebt

¡Arriba! Der Kulturkiosk feiert den Sommer! Mit einer Party, so heiß wie die mexikanische Wüste. Ein kulturelles Großereignis, das von Tijuana bis Mex-Linden seinesgleichen sucht, denn hier duellieren sich Live-Musik und Mariachi, Slam Poetry und Storytelling wort- und rhythmusreich mit ausdrucksstarker Malerei und einer bunt gefüllten Revolverladung Party. Ay, ay, ay, Amigos – da bebt die Leine!

Guacamole Aqui - Der Kulturkiosk, 04.06.10

Heiße Rhythmen, coole Haltung: Guacamole Aqui

Auf der Bühne der Warenannahme und am Bunte-Tüten-Stand begrüßen die Moderatoren Henning Chadde und Jörg Smotlacha die Kult-Mariachi-Garage-Band Guacamole Aqui sowie die funkelnden Diamanten am hannoverschen Zweitverwertungs-Himmel Cover Deluxe. Den literarischen Teil des Abends gestalten der Nordstädter Kurzgeschichtler und Live-Poet Robert Kayser und der “Beatpoet” Jan Egge Sedelies mit aufrüttelnd-nachhaltigem Agitpop-Storytelling und lyrischem Alltags-Kontaktsport. Nicht ohne Augenzwinkern natürlich.

Cover Deluxe und Robert Kayser - Der Kulturkiosk, 04.06.10

Stilvolle Adaptionen und gehaltvolle Eigenkompositionen: Cover Deluxe und Robert Kayser

Für die künstlerische Umrahmung des Abends zeichnet der hannoversche Ausnahme-Maler Sebastian Otto verantwortlich. Er wird im Café Siesta einen beeindruckenden Einblick in seine scheinbar melancholisch-entrückten, stets aber skurrilen Bilder- und Figurenwelten geben.

Sebastian Otto und Jan Egge Sedelies - Der Kulturkiosk, 04.06.10

Ausdrucksstark in Bild und Wort: Sebastian Otto und Jan Egge Sedelies

Kioskgäste:

Guacamole Aqui:
Salsa, Mariachi, Punk und Mambo mit Kult-Appeal

Bei der Geschichte von Guacamole Aqui könnte man durchaus an den Streifen „From Dusk Till Dawn“ denken. Denn was filmisch noch halbwegs konventionell als Gangster-Roadmovie beginnt und als Vampir-Trash endet, startete bei den mittlerweile acht bis zehn Musikern der hannoverschen Kult-Band als astreine Hardcore-Truppe mit – man höre und staune – osteuropäischen Einflüssen und entpuppt sich mittlerweile als ausgewachsen mexikanisch-kubanisch klingende Salsa-Son-Kapelle mit einer gehörigen Portion Jazz, Bläsersätzen und Punk im Party-Blut. Wie es dazu kam? Das beschloss man einfach so auf einer – na? – Party. Und so blieb es dann. Bis heute, mehrere Alben und eine erfolgreiche Guacamole Aqui-US-Ostküsten-Clubtour später. Letztere bewegte sogar die ausgewiesene Latin-Spezialistin Ana Morales zu den folgenden, Lobes-Worten: „Guacamole Aqui […] an amalgam of salsa, mariachi, jazz and a bit of punk mambo – think Tito Puente meets the Sex Pistols […] Non latin hits wrapped in an enchilada.” Wohl bekomm’s – doch Vorsicht: Diese Band ist wirklich scharf.

weiterlesen:
“Es können auch Sesamstraßen-Songs sein…”
Interview mit Guacamole Aqui

Guacamole Aqui im Netz:
www.myspace.com/guacamoleaqui

Cover Deluxe:
Stilvolle Rock- und Pop-Adaptionen aus dem Herzen Hannovers

Cover Deluxe bezaubern. Mit der betörenden Stimme der Sängerin Britt Peters, mit dezent-stilvollem, warmen Gitarrenspiel von Moritz Bintig und geschmackvoller rhythmischer Ergänzung von wechselnden Gastmusikern wie Christian Decker am Kontrabass und dem Cellisten Andreas von Kessinger. Wer jetzt an die Cover-Großtaten von Nouvelle Vague denkt, liegt gar nicht so verkehrt, doch Cover Deluxe gehen noch einen intimen Schritt weiter. Wo die Franzosen auf einen ausgewiesenen Lounge- und Szenekenner-Charakter setzen, steht bei Cover Deluxe stets Understatement und eine der Songinterpretation dienliche Zurückgenommenheit im Vordergrund des gemeinsamen Schaffens. Kurz: Cover Deluxe stehen auf berührende Art und Weise für besondere Stücke der Pop- und Rockmusik in einem neuen Gewand. Noch kürzer? Einfach gediegen.

weiterlesen:
“Wenn ein Song uns nicht berührt, kann er gleich mal nach Hause gehen”
ein Gespräch mit Cover Deluxe

Cover Deluxe im Netz:
www.coverdeluxe.com

Jan Egge Sedelies:
Agitpop-Texte und Lyriken für Kopf, Herz und die ganz persönliche Alltagsrevolution

Zu Jan Egge Sedelies muss und kann man eigentlich gar keine Worte mehr verlieren, denn dieser Mann zählt unabdingbar zu den strahlenden, beinahe leuchtturmgroßen Aktivposten der hannoverschen Literatur- und Polit-Szene, mehr noch: Er ist bundesweit erfolgreich. Unermüdlich ist er im Geiste einer subkulturellen, politisch interessierten Gegenkultur und literarischen Aufklärung unterwegs. Sedelies gibt Lesungen, arbeitet und tourt durch die Club- und Festival-Landschaft dieser Republik mit seinem Elektro-Lyrik-Projekt „Beatpoeten“ und wird nicht müde, den (politischen) Alltagsgewohnheiten seiner Mitmenschen einen erhobenen, stets aber wohlgesonnenen und augenzwinkernden Zeigefinger entgegenzusetzen. Er moderiert und organisiert den hannoverschen Poetry Slam „Macht Worte!“, las bei mehr als 350 Auftritten in Unikellern, besetzten Häusern, Nobelklitschen, Jugendzentren, Kerzenlichtkneipen, sowie Kunstgalerien und scheint niemals müde zu sein.

weiterlesen:
“Mein Leben ist ein großes Geschenk für mich”
Interview mit Jan Egge Sedelies

Robert Kayser:
Neues aus der hannoverschen Dichterschule

Der eingefleischte Nordstädter Robert Kayser ist ein Phänomen in der hannoverschen Dichterschule. Er ist nicht nur neu in ihren Reihen, sondern er übersprang auch sofort – mindestens – die ersten vier bis sechs Jahrgangsstufen mit seinen pointiert beobachteten und stets mit einem schelmischen Augenzwinkern dem Alltagsabsurden zugewandten Kurzgeschichten. Erst 2008 bescherte ihm die Teilnahme am Stadtkind-Literaturwettbewerb seinen ersten öffentlichen Auftritt, der sogleich in einem handfesten Skandal endete, deckte Kayser doch in seinem Beitrag bis dahin unbekannte Wahrheiten über die Wirkung von Dörrobst auf und zog sich Häme und Ärger der heimischen Obstbauernschaft zu. Mit feingeschliffenem Wortwitz und Liebe zum sprachlichen Detail berichtet er seitdem unbeirrbar – und jetzt erst recht! – von halluzinogenen Kräuterschnäpsen, gehäkelten Klorollenmützen und ähnlich Abwegigem, schreckt aber auch vor politischen Themen nicht zurück.

weiterlesen:
“Abschweifungsprosa ist die beste Antwort auf die Verknappung von Selbsterlebtem”
Interview mit Robert Kayser

Sebastian Otto:
Beeindruckende Ausdruckswelten aus Malerei, Illustration und Mixed Media

Sebastian Otto findet künstlerische Inspiration mitten im Leben. Das können beispielsweise außergewöhnliche Haltungen und Merkmale sein, aber auch Fotografien und Fashionwerbung haben ihre Anteile in der Bildersprache des 1974 geborenen Künstlers und Mitbetreibers des Nice/Nice Exhibition Space, einem der interessantesten, jungen Galerie-Orte Hannovers. Oft stellt Otto Figuren dar, die unübersehbar ein Hauch von Melancholie und Entrücktheit umweht und die dadurch eine ganz eigene Gegenständlichkeit und Nähe gewinnen und so die Betrachter in ihren Bann ziehen. Otto bevorzugt Mischtechnik aus Acryl und Kohle, vorwiegend auf Leinwand, liebt aber ebenso die Arbeit auf und mit Materialien wie Pappe, Glas und Tinte. Grenzen sind dazu da, um “verwischt” und neu entdeckt zu werden. Eine These, die Sebastian Otto seit 2004 europaweit mit zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen sowie in zahlreichen Publikationen ausdrucksstark belegt hat.

weiterlesen:
“Ein bisschen Herzschmerz ist ja auch mal ganz gut”
ein Gespräch mit Sebastian Otto

Sebastian Otto im Netz:
www.sunshineinbag.de

    Feiern bis die Leine bebt!

  • langeleine.de präsentiert
    DER KULTURKIOSK
  • Freitag, 4. Juni 2010
  • Einlass: 19 Uhr, Beginn: 20 Uhr
  • Faust-Warenannahme
  • Zur Bettfedernfabrik 3
  • 30451 Hannover
  • Eintritt: 8 Euro, VVK: 6 Euro

Download:


Der Kulturkiosk, 4. Juni 2010
(pdf, 871 kb)

(Fotos: Pressefotos)

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Kategorien: Kunst, Literatur, Lokalitäten, Musik

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