Susanne Viktoria Haupt
23. Dezember 2019

„I will honour Christmas in my heart, and try to keep it all the year“

Rainer Künnecke und Christina Worthmann geben heute auf der Bühne des Leibniz Theaters Charles Dickens‘ berühmte Weihnachtsgeschichte zum Besten

Wenn Rainer Künnecke den Mr. Scrooge spricht und sich Christina Worthmann ans Klavier setzt, wird auch der letzte Grinch bekehrt

„A Christmas Carol“ von Charles Dickens ist meine liebste Weihnachtsgeschichte. Dabei ist es egal, ob sie in Buchform, als Film oder sogar als Muppets-Variante daherkommt. Diese mittlerweile legendäre Weihnachtsgeschichte wurde bereits am 19. Dezember 1848 erstmalig veröffentlicht und ist damit über 170 Jahre alt. An Charme und Stimmung hat sie aber nichts eingebüßt. Der Geizhals Ebenezer Scrooge ist eine zeitlose Figur. Mit seinem Warenhaus „Scrooge and Marley“ hat er sich ein goldenes Nässchen verdient. Doch sein Mitinhaber und einziger Freund Jacob Marley ist bereits seit einigen Jahren tot. Als alleiniger Chef des Warenhauses macht sich Scrooge nicht unbedingt beliebt. Seine Angestellten behandelt er mieserabel und das Leid der Menschen um ihn herum ist ihm egal. Weihnachten als Fest der Liebe ist ihm sowieso egal. An jenem Weihnachtsabend, an dem die Geschichte richtig beginnt, erscheint Scrooge allerdings eine Mahnung in Form des Geistes seines einstigen Geschäftspartners Marley.

In der folgenden Nacht wird Scrooge von insgesamt drei unbekannten Geistern heimgesucht. Dem Geist der vergangenen Weihnacht, der diesjährigen Weihnachten und der zukünftigen Weihnacht. Alle drei zeichnen ein Bild, das Scrooge nicht bewusst war oder welches er gänzlich verdrängt hatte. Der Geist der vergangenen Weihnacht zeigt ihm, woher seine Abneigung auf das winterliche Fest kommen mag. Der Geist der diesjährigen Weihnacht zeigt ihm, wie schlecht es manch einem seiner Angestellten derzeit geht. Der Geist der Zukunft zeigt ihm, wie trostlos sein Leben sein wird, wenn er sich nicht ändert.

Zum Schluss der Weihnachtsgeschichte – auch wenn ich damit einen massiven Spoiler voranschicke – sieht Scrooge die Fehler in seinem Verhalten ein und ist ein geläuterter Mensch voller Liebe und Mitgefühl, der sich künftig mehr um seine Mitmenschen kümmern will. Daher stammt auch die Überschrift zu diesem Tagestipp: „I will honour Christmas in my heart, and try to keep it all the year“. Weihnachten nicht als ein Fest des maßlosen Konsums, sondern als Fest der Liebe. Das war immer genau die Nachricht, die ich an „A Christmas Carol“ schon als Kind geliebt habe. Oder wie die Tochter unseres Gründungsmitglieds Henning Chadde erst neulich zu mir gesagt hat: „Das Schönste und Wichtigste an Weihnachten sind doch all die bunten Lichter und die gemeinsame Zeit“. Kindermund tut eben Wahrheit kund.

Einen Tag vor Heiligabend ist es also allerhöchste Zeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und in angemessene Feststimmung zu kommen. Etwas Nachhilfe geben an dieser Stelle Rainer Künnecke und Christina Worthmann auf der Bühne des Leibniz Theaters. Hier wird nämlich Dickens Weihnachtsgeschichte von Künnecke gelesen und von Worthmann musikalisch untermalt. Dazu gibt es außerdem noch Punsch und heißen Obstsaft. Nur für den Fall, dass wir zu Weihnachten auch winterliche Temperaturen bekommen.

Montag, 23. Dezember 2019:
„Die Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens“, Lesung und Musik von Rainer Künnecke und Christina Worthmann, Leibniz Theater, Kommandaturstraße 7, 30169 Hannover, Beginn: 18 Uhr, Eintritt: 23,90 Euro, ermäßigt: 19,90 Euro

(Foto: Pressefoto/Leibniz Theater)

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Kategorien: Bühne, Literatur, Musik, Tagestipps

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