Susanne Viktoria Haupt
29. Dezember 2019

Tausche Teelicht-Glas gegen Socken

Lieb gemeint, aber nicht liebgewonnen: Im Béi Chéz Heinz lassen sich heute ungewollte Weihnachtsgeschenke eintauschen

Selbstgestrickte Socken sind für mich zu Weihnachten der Hit. Für alle, die das nicht so sehen, gibt es die Weihnachtsgeschenke-Tauschbörse

An Weihnachten sollte es eigentlich nicht nur um Geschenke gehen, das ist klar. Dennoch wird zu keinem anderen Feste so viel verschenkt. Und manch einer macht sich ernsthafte Gedanken darüber, was der oder die andere vielleicht gebrauchen oder sich gar wünschen könnte. Aber ganz gleich, ob man sich viele oder wenige Gedanken macht, man kann daneben liegen. Mal mehr und mal weniger. Vielleicht hat man den Kopf so kurz vor den Feiertagen ohnehin schon voll, oder aber es gelingt einem nicht, sich in jemanden anderes hineinzuversetzen. Manch einer greift auch auf traditionelle Geschenke zurück. Getreu dem Motto „Never change a running System“ gibt es einfach jedes Jahr dasselbe. Ich habe beispielsweise bereits acht Teelicht-Gläser. Sie sind allesamt superschön und qualitativ hochwertig, aber es sind nun mal auch acht an der Zahl. Socken hingegen würde ich fantastisch finden, denn davon kann man bekanntermaßen wahrlich nicht genug haben. Sie müssen nicht einmal ein zwangsweise originelles Design haben, wenn sie einfach nur schön kuschelig wären. Obwohl es auch bei Socken sicherlich eine Obergrenze gibt. Ich möchte hier schließlich nichts beschreien.

Geschenke soll man jedoch nicht weiter verschenken, das gehört sich nicht. So werden Kinder seit vielen Jahren erzogen. Ganz gleich wie kratzend der Pulli von Tante Erna ist oder wie lahm das Buch beim Wichteln im Büro auch war, man muss darauf sitzenbleiben. Zumindest für eine gewisse Zeit, dann kann man es zum Beispiel spenden und so tun, als hätte man vergessen, dass es sich dabei um ein einst liebevoll ausgesuchtes Geschenk gehandelt hat. Bis dahin muss man den nötigen Anstand wahren. Das gilt auch für Cross-Trainer, die das halbe Wohnzimmer einnehmen. Im Geschenke-Knigge steht allerdings nichts über das Tauschen von Geschenken. Dem Geschenk wird in diesem Falle kein erneuter Schenk-Charakter zugewiesen, sondern es wird in eine Tauschware umgewandelt. Der oder die Beschenkte schlüpft durch die Weitergabe des Gegenstandes also nicht in die Rolle des Schenkenden, sondern des Tauschenden. Das ist jetzt keine bestechende Logik, aber in irgendeiner Dimension taugt sie bestimmt etwas. Tauschen könnt ihr heute wieder bei der jährlichen Weihnachtsgeschenke-Tauschböse im Béi Chéz Heinz. Bringt also Eure zwölf Teelicht-Gläser, kuscheligen Socken, kratzigen Pullis, ulkigen Mützen und unpassenden Bücher einfach mit und tauscht sie gegen ein neue Schmusedecke, eine Gürteltasche oder aber gegen eine noch viel ulkigere Mütze, die Eure Ohren besser betont. Das ist ganz Euch überlassen. Und wer seine ungeliebten Geschenke dennoch nicht los wird, kann seinen Kummer immer noch im Glühwein ertränken.

Sonntag, 29. Dezember 2019:
11. Große Weihnachtsgeschenke-Tauschbörse, Béi Chéz Heinz, Liepmannstraße 7b, 30453 Hannover, Einlass: 15 Uhr, Beginn: 16 Uhr, Eintritt frei

(Foto: Susanne Viktoria Haupt)

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Kategorien: Lokalitäten, Tagestipps, Unrat

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