Susanne Viktoria Haupt
15. Januar 2020

Wo ist mein Platz?

Heimat ist eines der großen Themen unserer Zeit. Im Der Nachbarin Café wird daher in Kooperation mit dem Verein Netzwerk Lebenskunst die Ausstellung „Zwischen Heimat und Fremde“ gezeigt

Mit der Ausstellung „Zwischen Heimat und Fremde“ feiert das Projekt „Reichtum und Vielfalt – seinen Ort finden“ seinen 15. Geburtstag

Zum Thema Heimat gibt es unheimlich viele Aussagen. Zum Beispiel, dass Heimat der Ort ist, an dem man sich verstanden fühlt. Oder aber Heimat gar kein Ort sein muss, sondern auch eine Person sein kann. Heimat sei ein Gefühl und müsse auch gar nicht der Ort sein, an dem man geboren wurde. Man kann seine Heimat verlieren, seine oder eine Heimat finden und sich auch selbst eine Heimat sein. Man kann mehr als eine Heimat haben. Was davon nun stimmt, muss jede und jeder für sich selbst entscheiden. Fakt ist, dass es immer wieder Menschen gibt, die auf Grund von Kriegen oder Vertreibung ihre ursprüngliche Heimat und den Ort, an dem sie geboren wurden, verlassen müssen. Mit viel Angst im Gepäck und oft nicht einmal minimalen Sprachkenntnissen des Zielorts kommen sie in der Fremde an. Und im schlimmsten Falle werden sie nicht einmal mit offenen Armen empfangen, sondern direkt ausgegrenzt. Schön und gut, wenn man freiwillig durch die Lande zieht und sich auf die Suche einer Wahl-Heimat begeben kann. Aber wer auf der Flucht ist, sucht in erster Linie Sicherheit. Mit vielleicht ein wenig Hoffnung, dass sich ein sicherer Ort irgendwann in eine neue Heimat verwandeln kann.

Auch wenn jeder, der flüchten musste, seine ganz eigene Geschichte in sich trägt, hilft hier und da der Austausch. Seit nun schon fünfzehn Jahren hat sich das Projekt „Reichtum und Vielfalt – seinen Ort finden“ des Vereins Netzwerk Lebenskunst dem regen und kreativen Austausch von Menschen mit Flucht-Erfahrung gewidmet. Gemeinsam mit der hannoverschen Autorin Maria Eilers wurden die einzelnen Geschichten zum Themenkomplex Flucht, Heimat und Fremde niedergeschrieben und zu einem Buch zusammengefasst. Um die Ergebnisse aber nicht nur in Buchform zu präsentieren, ist im Der Nachbarin Café im Kulturzentrum Faust noch bis zum 29. Februar die Ausstellung „Zwischen Fremde und Heimat“ zu betrachten. Dort lassen sich einzelne Portraits lesen, die zudem von Fotografien der Menschen begleitet werden. Dabei handelt es sich um Menschen, die erst vor einiger Zeit flüchten mussten, aber auch um Menschen, die zum Beispiel bereits seit zwanzig Jahren in Hannover leben, oder gar seit über fünfzig Jahren. So werden nicht nur individuelle Erfahrungen festgehalten, sondern auch noch die Möglichkeit des Vergleichs geschaffen und Vergessenes wird wieder in den Fokus gerückt.

Mittwoch, 15. Januar 2020:
„Zwischen Heimat und Fremde“, Ausstellung, Der Nachbarin Café, Kulturzentrum Faust, Zur Bettfedernfabrik 3, 30451 Hannover, geöffnet: 11-18 Uhr, Eintritt frei

  • Die Ausstellung ist noch bis zum 29. Februar zu sehen
  • Öffnungszeiten: Mo bis Fr 11-18 Uhr, Sa bis So 10-18 Uhr
  • bei Abendveranstaltungen in der Warenannahme durchgehend geöffnet

(Foto: Pressefoto/Kulturzentrum Faust)

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Kategorien: Kunst, Politik, Tagestipps

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